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Amplonius-Kalender 2020

Der Kalender 2020 der Stiftung Amplonius NOVUS ist soeben aus der Druckerei geliefert worden und ab sofort für 5,50 Euro erhältlich.

„Isti sunt libri, quos ego Amplonius Ratinck de Berka habeo …“„Dies sind die Bücher, die ich, Amplonius Ratinck de Berka, habe …“ Mit diesem Satz beginnt Amplonius, der mittelalterliche Büchersammler aus Rheinberg, den 1410 begonnenen handschriftlichen Katalog seiner für damalige Zeiten ungeheuer großen privaten Büchersammlung – und dieser Satz ist auch der Titel des Amplonius-Kalenders 2020.

Deckblatt des Kalenders 2020
Petrus Lombardus: Libri sentenciarum (CA 4° 108). Schrift aus England, verfasst in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Das abgebildete Blatt zeigt, so Schum, eine „farbige Figurenzeichnung mit der arbor generationis“.

Die 633 Handschriftenbände umfassende Bibliothek des Rheinberger Mediziners und Theologen, „Bibliotheca Amploniana“ genannt, wird heute als die umfangreichste insgesamt erhaltene Büchersammlung eines Gelehrten des Mittelalters bezeichnet. 1412 übereignete Amplonius seine Bücher dem von ihm gegründeten „Collegium Amplonianum“ an der Universität Erfurt; noch heute können große Teile der „Amploniana“ in der Universitätsbibliothek Erfurt bewundert werden.

Aus dem Schatz reich verzierter Handschriften der „Amploniana“ hat die Stiftung Amplonius NOVUS zum zweiten Mal einen schönen Kalender im Format DIN A-4 zusammengestellt. Der Kalender 2020 präsentiert kleine Ausschnitte und Details aus Büchern des Rheinberger Gelehrten und Stifters und zeigt Monat für Monat andere Anfangsseiten unterschiedlicher Schriften aus der Bibliothek des Amplonius, die besondere Verzierungen – Initialen und Miniaturen – aufweisen. So beispielsweise für den Monat Januar die Initiale „V“ mit der kunstvoll eingefügten Miniatur eines Dominikanermönches („Veritatem meditabatur guttur meum et labia mea detestabuntur impium.“ – „Denn mein Mund soll die Wahrheit reden, und meine Lippen sollen hassen, was gottlos ist.“), mit der ein 1301 in Bologna geschriebenes Werk des Kirchenlehrers Thomas von Aquin („Summa contra Gentiles“) beginnt.

Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles – Liber de veritate fidei catholice contra errores infidelium (CA 2° 96). Das vorliegende Blatt entstand 1301 in Bologna. Die Miniatur zeigt „das wohlgelungene Bild eines lehrenden Dominicaners“ (Schum).

Der Fotokalender kann anlässlich der Veranstaltung „Advent am Amplonius“ am Freitag, 29.11.2016, von 16 – 19 Uhr im Amplonius-Gymnasium für 5,50 EUR erworben werden. Bestellungen oder Vormerkungen bitte per eMail an „amplonius-novus@t-online.de“; der Kalender wird dann per Post ausgeliefert (Versandkosten: 1,55 Euro).

Amplonius-Kalender-2020-Erläuterungen-zu-einzelnen-Kalenderblättern.pdf

Stipendiaten

Was haben mittelalterliche Handschriften und Computer gemeinsam? Beide speichern das Wissen ihrer Zeit – natürlich auf sehr unterschiedliche Weise – und beide sind Arbeitsmittel und Studierhilfen (nicht nur) für Amplonianer. Die mittelalterlichen Bücher, von Amplonius de Berka gesammelt und gestiftet, wurden von Rheinberger Studenten im Collegium Porta Coeli studiert; mit Computern kennt sich der erste Stipendiat der Studienstiftung Amplonius NOVUS so gut aus, dass er jetzt eine ausgezeichnete Masterarbeit zum Bereich der neuronalen Netze vorgelegt und sein Studium an der RWTH Aachen erfolgreich mit dem Master of Science abgeschlossen hat. Eine Promotion im Bereich der Informatik wird angestrebt.
Die Studienstiftung Amplonius NOVUS hat den kompetenten Amplonianer seit Beginn seines Studiums im Wintersemester 2014/2015 mit einem Lebenshaltungszuschuss von 100 Euro monatlich gefördert. Die Mitglieder des Stiftungsvorstandes sind stolz darauf, ihren Stipendiaten auf seinem erfolgreichen Weg durchs Studium begleitet zu haben.
Es Ist bestimmt ein Zufall, dass der zweite Stipendiat der Stiftung wie Amplonius de Berka Mediziner werden will. Genauso wie es sicher Zufall ist, dass er an der Universität studiert, an der Amplonius 1399 das Fach Medizin lehrte und deren Rektor er zweimal hintereinander war. Fakt ist aber, dass die Stiftung, die sich auf Amplonius beruft, ihn, den Abiturienten des Jahrgang 2015, aktiv mit einem Stipendium fördert.
Seit Neugründung der amplonianischen Stiftung anno 2013 wurden Absolventinnen und Absolventen des Amplonius-Gymnasiums durch verschiedene Maßnahmen mit insgesamt 13.300 Euro gefördert – ein stolzer Betrag, der nicht ohne die Mithilfe vieler Freunde der Schule und des Amplonius möglich gewesen wäre!

Der Vorstand der Stiftung Amplonius NOVUS bedankt sich auf diesem Wege für die großzügige Unterstützung. Wer sich ebenfalls in diesem Bereich engagieren möchte, kann dies per Mail tun. Unsere Mail-Adresse lautet: amplonius-novus@t-online.de. Die Bankverbindung (IBAN) der Stiftung lautet: DE40 3545 0000 1101 0368 44.

Büchergeld 2019

Fünf Abiturientinnen und Abiturienten des Amplonius-Gymnasiums erhalten am kommenden Freitag, 5. Juli 2019, anlässlich der feierlichen Ausgabe der Abiturzeugnisse aus den Händen von Frau Anja Münster, Vorstandsmitglied der Studienstiftung Amplonius NOVUS, ein Büchergeld als Anerkennung für ihre guten Leistungen und als „Starthilfe“ für ein anstehendes Studium.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, an Amplonius, den großen Sohn Rheinbergs, zu erinnern. Wir von der Studienstiftung, die seinen Namen trägt, investieren nicht in Denkmale aus Metall, sondern – wie es schon Amplonius getan hat – in talentierte, hoffungsvolle junge Menschen, die wir fördern und ermutigen möchten.

Seit 1412 wird in Rheinberg im Namen des Amplonius Studienförderung betrieben. Der Mediziner und Theologe hat auf seine Kosten an der Universität Erfurt ein Studienkolleg eingerichtet, an dem 9 Absolventen der Lateinschule aus Rheinberg kostenlos leben und lernen konnten. Gleichzeitig hat er diesem Kolleg, genannt „Zur Himmelspforte“ („Porta Coeli“), seine umfangreiche und imposante Bibliothek übereignet – kein Privatmann nördlich und wahrscheinlich auch nicht südlich der Alpen besitzt zu dieser Zeit eine größere und intellektuell anspruchsvollere Bibliothek als er – ein idealer Ort für intensive Studien in allen klassischen Wissenschaftsdisziplinen.

Nach über 500 Jahren ist Schluss mit der Stiftung des Amplonius. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wird sie 1947 zwangsweise aus politischen Gründen in Thüringen beendet, obwohl noch Vermögenswerte und die Büchersammlung vorhanden waren.

Seit 2012/13 existiert die Stiftung des Amplonius de Berka wieder in neuer Form! Zahlreiche Rheinbergerinnen und Rheinberger haben sich nach dem 600-jährigen Stiftungsjubiläum zusammen getan, um mit kleinen und großen Summen an den großen Sohn der Stadt Berka zu erinnern und ihm in puncto Förderung von Begabungen nachzueifern. Mit etwas mehr als 50.000 Euro ging Amplonius NOVUS an den Start; mittlerweile ist das Stiftungsvermögen auf über 60.000 Euro angewachsen. Damit wurde das Amplonius-Gymnasium – die Nachfolgeschule der alten Rheinberger Lateinschule von 1337 – zum wahrscheinlich einzigen Gymnasium in Deutschland mit einer eigenen Studienstiftung für seine Absolventinnen und Absolventen.

Seit der Stiftungsgründung ist Amplonius NOVUS im Rahmen seiner Möglichkeiten fördernd aktiv:

– Die Stiftung unterstützt talentierte Absolventinnen und Absolventen des Amplonius-Gymnasiums mit einem einmaligen Büchergeld für die Anschaffung von Büchern für ihr Studium. Seit der erstmaligen Vergabe dieser „Starthilfe“ beim Abiturjahrgang 2013 wurden insgesamt 27 Amplonianer/innen ausgezeichnet. Amplonius NOVUS hat dafür 2.000 Euro gespendet.

– Die Stiftung gewährt erstmalig seit 2014 für mindestens ein Jahr ein Stipendium in Höhe von monatlich 100 Euro zur Unterstützung des Studiums. Ab Oktober 2016 werden erstmals zwei Amplonianer gleichzeitig mit einem Stipendium gefördert. Insgesamt hat Amplonius NOVUS seit 2014 (bis Ende 2018) für Stipendien 7.800 Euro gestiftet.

Am Abschluss der Abiturprüfungen 2019 erhalten fünf weiter Abiturientinnen und Abiturienten des Amplonius-Gymnasiums ein Büchergeld als Anerkennung für ihre guten Leistungen am Abschluss ihrer Schullaufbahn. Und es ist weiterhin zu hoffen, dass die Stiftung auch in diesem Jahr wieder einige Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Stipendium unterstützen kann. Bewerber sollten nicht zögern, sich um ein Stipendium bei Amplonius NOVUS zu bemühen! Es können zwar keine großen Stipendien vergeben werden, aber das Bewerbungsverfahren ist nicht kompliziert und auch kleinere monatliche Förderbeträge sind allemal besser als nichts!

Ab sofort können sich Interessierte für ein Jahresstipendium ab Oktober 2019 neu bewerben. Informationen dazu befinden sich auf der Stiftungs-Homepage www.amplonius-novus.de

Die ursprüngliche „Amplonianische Stiftung“ hat von 1412 bis 1947 gehalten – und es ist das Ziel der neuen Stiftung, dem historischen Vorbild in nichts nachzustehen und möglichst lange und nachhaltig eine Begabtenförderung in Rheinberg zu gewährleisten.

Um die von Amplonius de Berka begonnene Tradition der Förderung Rheinberger Studenten fortzusetzen ist es aber notwendig, dass die Stiftung selbst weitere Förderer und Gönner findet. Wer sich in den Kreis der Stifter und Förderer einreihen möchte, wende sich bitte an den Stiftungsvorsitzenden Heinz Pannenbecker (Mail-Adresse: amplonius-novus@t-online.de). Die Schulleitung des Amplonius-Gymnasiums hilft hier ebenfalls gern weiter.

Stipendium bei Amplonius NOVUS

Es ist mal wieder soweit!

Wer sich für ein Stipendium der Studienstiftung bewerben möchte, sollte möglichst bald aktiv werden. D.h. den Bewerbungsbogen für ein Amplonius NOVUS–Studienstipendium von dieser Homepage herunterladen und ausfüllen sowie eine Lehrkraft des Amplonius-Gymnasiums um eine Empfehlung bitten.

Die Förderungsvoraussetzungen für das Studienstipendium von Amplonius NOVUS sind:

1. das Abitur am Amplonius-Gymnasium Rheinberg und die Zulassung zum Studium an einer Universität in Deutschland oder einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union,

2. der Nachweis herausragender schulischer Leistungen durch einen überdurchschnittlichen, herausragenden Notendurchschnitt im Abitur sowie ein während der Schulzeit gezeigtes besonderes schulisches und außerschulisches gesellschaftliches Engagement,

3. der Nachweis, dass die Stipendiatin/der Stipendiat aufgrund der familiären Situation ansonsten nicht in der Lage wäre, ein Studium aufzunehmen bzw. fortzusetzen. Der Nachweis hierfür muss auf geeignete Weise erbracht werden.

Die Förderung erfolgt grundsätzlich zunächst für ein Jahr und kann, bei Nachweis entsprechender Leistungen, um jeweils ein weiteres Jahr bis zum Abschluss (Master) verlängert werden.

Die Vergabe des Stipendiums erfolgt auf entsprechenden schriftlichen Vorschlag einer Lehrkraft des Amplonius-Gymnasiums Rheinberg. Die Stipendiatenauswahl geschieht durch den Vorstand der Stiftung Amplonius NOVUS. Ein Rechtsanspruch auf ein Stipendium besteht nicht.

Die Bewerbung ist bis spätestens 31.08.2019 (Achtung: Ausschlußfrist!) zu richten an den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Amplonius NOVUS, Heinz Pannenbecker, c/o Amplonius-Gymnasium, Dr. Aloys-Wittrup-Str. 18, 47495 Rheinberg. Oder per eMail an: amplonius-novus@t-online.de.

Dem Antragsschreiben sind der Bewerbungsbogen Amplonius NOVUS (als PDF- bzw. Word-Datei im Download-Bereich der Stiftungs-Homepage vorfügbar) sowie die dort aufgeführten Anlagen beizufügen.

Rheinberg, im Mai 2019

Heinz Pannenbecker,
Vorsitzender der Stiftung Amplonius NOVUS

Abiturfeier 1967
Abiturfeier 1967

„Bibliotheca Amploniana“ – aus: Thomas von Aquin, Quaestiones de veritate, CA 2° 319, Italien – frühes 14. Jahrhundert

Amplonius in St. Aposteln zu Köln

Anno 1395 erlangt Amplonius ein Kanonikat im Stift St. Aposteln zu Köln. Um 1412 wird er Chorbischof (‚Chorepiskopos‘) von St. Aposteln und damit zu einem der führenden Männer des Stiftes. Er lebt seit den späten 1390er Jahren bis zu seinem Tod – mit Unterbrechungen – für etwa vier Jahrzehnte in einem der schmalen hohen Häuser der Stiftsherren auf dem Gelände von St. Aposteln, der sogenannten ‚Immunität‘. Hier versammelt er am 1. Mai 1412 fünf Männer aus seinem engsten Umfeld um sich, um den Rechtsakt der Stiftungsgründung zu bezeugen. Und hier, in der Immunität von St. Aposteln, stirbt Amplonius de Berka Mitte April des Jahres 1435. Er wird im Kreuzgang des Stiftes beigesetzt – heute existiert sein Grab nicht mehr.

St. Aposteln im Febr. 2019 (Photos: Pa.)
St. Aposteln zu Köln im Febr. 2019 (Photos: Pa.)

Amplonius und das Denkmal

Am Sonntag, 17. März 2019, wurde in Rheinberg das sog. Amplonius-Denkmal eingeweiht. Die „Rheinische Post“ zeigte sich begeistert; hier der Link zum Artikel: https://rp-online.de/nrw/staedte/rheinberg/rheinberg-amplonius-denkmal-im-herzen-der-stadt_aid-37508413

Bald nach der Enthüllung der Statue stellt sich heraus: der Info-Text des Denkmals ist fehlerhaft. Hierzu schreibt die RP am 22. März 2019: https://rp-online.de/nrw/staedte/rheinberg/rheinberg-fehler-im-amplonius-buch_aid-37622659

Auch die WDR Lokalzeit aus Duisburg beschäftigt sich mit den Fehlern: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duisburg/video-lokalzeit-aus-duisburg-2276.html

Und natürlich hat auch der Stiftungsvorsitzende von Amplonius NOVUS dazu eine Meinung. Hier sein Leserbrief an die Rheinberger Lokalpresse vom 24. März 2019:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits in meinem in der Rheinische Post am 21. Juli 2017 veröffentlichten Leserbrief zum geplanten Amplonius-Denkmal habe ich darauf hingewiesen, daß ich eine Statue als reines Phantasieprodukt ablehne, da es dem Lebenswerk des Amplonius de Berka und seinen Ideen und Visionen in keiner Weise gerecht werden kann.

Nun stellt sich heraus, daß der Info-Text zur mittlerweile aufgestellten Statue fehlerhaft ist, wobei dies m.E. symptomatisch zu sein scheint für den Umgang mit Amplonius und seinem Werk. Der Informationstext ist eine zweifelhafte Angelegenheit und wenn Frau Hackstein sagt, daß „der Text, um den es hier geht, […] aus Versatzstücken anderer, seit langem bestehender Texte zusammengesetzt worden“ ist, dann zeigt das nur die fehlende Ernsthaftigkeit und mangelnde Gründlichkeit der Denkmal-Initiatoren bei der Auseinandersetzung mit dem großen Sohn Rheinbergs. Da hat man wohl einfach abgekupfert und ohne gründliche Prüfung in Bronze gegossen …

Denn die zwei Fehler, auf die in Ihrem Artikel vom 23.03.2019 hingewiesen wird, bleiben nicht alleine stehen. Da wird die lateinische Bezeichnung für die Bibliothek des Amplonius benutzt, „Bibliotheca Amploniana“ aber mit „k“ geschrieben; ähnliches geschieht mit der Erwähnung des „Collegium Amplonianum“. Da wird weiter mit Jahreszahlen jongliert, wobei man aber auch hier nicht genau ist, denn die neun Freistellen für Rheinberger Studenten wurden von Amplonius bereits früher als 1433 eingerichtet. Da wird ein Vers von Cato dem Älteren (234-149 v. Chr.) in deutscher Übersetzung präsentiert, den Amplonius sicher hätte unterschreiben können, der aber erst 1614 – also fast 200 Jahre nach Amplonius‘ Tod – an der alten Lateinschule in Rheinberg angebracht wurde. Warum steht dieser Satz hier auf dieser Info-Tafel? Welches ist seine Funktion hier an dieser Stelle? Hatte man einfach noch etwas Platz, aber keine weiteren „Versatzstücke“ mehr zu Amplonius und seinem Lebenswerk?

Und da wird leider völlig verschwiegen, daß es in Rheinberg auch heute noch – neben Geburtshaus, Gymnasium und Straßennamen – eine weitere Institution gibt, die an Amplonius erinnert, nämlich die Stiftung Amplonius NOVUS. Die Initiatoren der Statue sind von dritter Seite darauf hingewiesen worden, auch die Studienstiftung in ihren Text aufzunehmen, da sie hier und jetzt an Amplonius‘ Lebenswerk erinnert und den zum Erliegen gekommenen Stiftungsgedanken des großen Rheinbergers erfolgreich wiederaufnimmt und praktisch für heutige Studierende. Man hat darauf verzichtet … doch wohl nicht etwas, weil der Stiftungsvorsitzende dem sog. „Denkmal“ kritisch gegenübersteht?

Herr Faets hat vollkommen recht, wenn er die Sinnhaftigkeit der Amplonius-Statue in Frage stellt. Denn dieses Phantasie-Figürchen in Rheinbergs Mitte ist völlig ungeeignet, das Wesentliche an der Person des Amplonius herauszuarbeiten und an das zu erinnern, was Amplonius als Wohltäter für seine Geburtsstadt getan hat.

Was Amplonius nämlich ausmacht, und warum wir seiner gedenken sollten, ist seine Leistung als bedeutender Bildungsförderer und als visionärer Stifter. Beides war und ist für Rheinberg und seine Jugend von großer Bedeutung! Mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hat Amplonius eine bemerkenswerte Bildungsoffensive gestartet, mit deren sozialer Komponente er seiner Zeit weit voraus war, und die es vielen jungen Menschen – auch und vor allem aus seiner Geburtsstadt Rheinberg – ermöglichte, eine gute akademischen Ausbildung zu genießen und sich so bis dahin verschlossene Bereiche der Gesellschaft zu eröffnen.

Amplonius ist mit seinem ungewöhnlichen Einsatz für das Wohl anderer Menschen, mit seinem Willen, nachhaltig Gutes zu initiieren und für die Gemeinschaft Sinnvolles zu bewirken, ein wegweisendes und erinnerungswertes Beispiel und Vorbild auch für unsere Zeit!

Die amplonianische Stiftung überlebte den großherzigen und weitsichtigen Stifter mehrere Jahrhunderte und endete formal erst 1947. Die Rheinberger hatten natürlich erkannt, daß diese Stiftung das eigentliche Denkmal für Amplonius war und somit jedes andere Denkmal unnötig (und sinnlos) macht(e). Es wurde daher auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg versucht, die Stiftung zumindest für junge Rheinberger weiterzuführen, was letztlich 2012/2013 zur Neugründung der amplonianischen Stiftung in der Studienstiftung Amplonius NOVUS führte.

Man mag sich eigentlich nicht vorstellen, was eine Stiftung, die junge Rheinberger/innen in ihrem Studium durch Stipendien unterstützt, mit dem Geld hätte anfangen können, das diese beliebige Phantasie-Figur gekostet hat! 32.000 Euro sind nun wahrlich kein Pappenstiel und hätten ganz im Sinne des Amplonius viel Gutes bewirken können statt in eine „obskure Bronzefigur“ gesteckt zu werden, die dem Leben und Wirken des Amplonius in keiner Weise gerecht wird.

Mit freundlichen Grüßen, Heinz Pannenbecker

Rheinbergs Lateinschule (5)

Neugründung als Rektoratschule

1903 Nachdem die alte Schola Berkensis“ 1889 geschlossen worden war, kommt es auf Drängen der Rheinberger Bürger 1903 zur Neugründung der Schule als private Rektoratschule mit humanistischer Lehrverfassung in der Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde St. Peter. Erster Schulleiter wird der gerade zum Priester geweihte, 26-jährige Kaplan Aloys Wittrup (siehe Photo) aus Everswinkel in Westfalen.
Mit acht Schülern beginnt am 1. Oktober der Unterricht im Hause van Elsbergen an der Kamper Straße. Die Namen der 8 Schüler sind bekannt: Franz Bienen, Jakob van Kemper, Leo Knaben, Gerhard Lewen, Heinrich Schmitz, Moritz Stapper, Gottfried Underberg und Jakob Willicks.

1904    Die neue Schule hat 16 Schüler. Das Schulgeld beträgt im Jahr 180 Mark (1903 waren es noch 200 Mark).

1905    Die katholische Pfarrgemeinde errichtet an der Goldstraße ein neues Gebäude für die Rektoratschule. Die Schule hat bereits 43 Schüler in drei Klassen.

1907    Der Schulleiter, Aloys Wittrup, besteht die Rektorprüfung für die Leitung fremdsprachlicher Schulen am Provinzialschulkollegium in Koblenz.

1912    Zum 1. Januar 1912 Übernahme der Rektoratschule auf den städtischen Etat. Gleichzeitig wird die Schule durch Verfügung des Provinzialschulkollegiums dem staatlichen Gymnasium Adolfinum in Moers unterstellt, d.h. der jeweilige Schulleiter der „Schola Meursensis“ ist staatlicher Kommissar für die Rheinberger Rektoratschule und vertritt bei Abschlußprüfungen das Provinzialschulkollegium.

1920    Die Rektoratschule hat 121 Schüler; sie wird 1921 um eine Untersekunda erweitert. Die damit fällig gewordene Umwandlung in ein Progymnasium, d.h. in ein Gymnasium ohne Oberstufe, scheitert am Geldmangel der Stadt Rheinberg.

1923    Der Rheinberger Rat beschließt die Übernahme der 1911 gegründeten „Privaten Töchterschule“ in städtische Trägerschaft zum 1. November. Unter dem Namen „Städtische Höhere Mädchenschule St. Barbara-Garten“ ist die Schule durch Übernahme ihrer Leitung durch Dr. Aloys Wittrup organisatorisch mit der städtischen Rektoratschule verbunden.

1929    Einbruch bei den Schülerzahlen der Rektoratschule: durch die Einrichtung von Mittelschulen in Orsoy und Kamp-Lintfort geht die Zahl der auswärtigen Schüler dramatisch zurück (1920/21: 65, 1929/30: 13); die Gesamtschülerzahl sinkt auf 52.
Rettung bringt die Erbauung des Konvikts St. Josef durch die Pallottiner-Kongregation aus Limburg. Die Rektoratschule unter Dr. Aloys Wittrup und das Konvikt St. Josef, geleitet von Pater Otto Eisenbarth, arbeiten von nun ab zusammen.

1930/31          Die Unterbringungsmöglichkeiten im Internat des Konvikts St. Josef erlauben nunmehr auch der ländlichen Jugend aus der näheren und weiteren Umgebung Rheinbergs den Zugang zur Weiterbildung: die Heimschüler des Pallottiner Konvikts besuchen die städtische Rektoratschule. Die Schülerzahl steigt auf 118 (38 Rheinberger, 80 Auswärtige). In der Folge wird das Gebäude in der Goldstraße zu klein; es erfolgt ein Umzug ins Konvikt St. Josef an der Lützenhofstraße. 1932 hat die Schule 124 Schüler (22 Rheinberger, 102 Auswärtige).

Jahresbericht 2018

Zum 600jährigen Jubiläum der Stiftung des Amplonius de Berka anno 2012 entstand die Idee, eine neue Stiftung aufzulegen, um die Idee des großen Sohnes der Stadt Rheinberg fortzusetzen und Rheinberger Studierende auf ihrem Weg nach Abschluß des Gymnasiums und durch die Hochschule zu unterstützen.

Ende Dezember 2013 ging die Stiftung Amplonius NOVUS dann mit einem Stiftungsvermögen von insgesamt 50.003 Euro an den Start.

Am Zustandekommen der Stiftung haben viele Menschen mitgewirkt, ehemalige Schülerinnen und Schüler des Amplonius-Gymnasiums wie z.B. Herr Emil Underberg, Rheinberger Unternehmer wie beispielsweise Herr Franz-W. Aumund, ehemalige und noch aktive Lehrkräfte des Rheinberger Gymnasiums und Freundinnen und Freunde der Schule …

Die Stiftung Amplonius NOVUS knüpft an das Wirken des Amplonius (geb. um 1365 – gest. 1435), an und bewahrt sein Vermächtnis durch konkrete Maßnahmen auf wirkungsvolle Weise.

Wie die 1412 ins Leben gerufene Stiftung des Amplonius bemüht sich auch die Nachfolge-Stiftung, talentierte junge Rheinbergerinnen und Rheinberger zu fördern und im Studium zu unterstützen.

Dazu wird jährlich zum Abitur ein Büchergeld an die besten Absolventinnen und Absolventen des Amplonius-Gymnasiums vergeben, um den Eintritt in die Universität zu erleichtern. Seit Beginn der Stiftungsaktivitäten wurden bereits insgesamt 27 Amplonianerinnen und Amplonianer durch ein Büchergeld ausgezeichnet und gefördert. Amplonius NOVUS hat dafür bis heute 2.000 Euro in die Hand genommen. Im Jahr 2018 wurden 350 Euro zur Verfügung gestellt und fünf Amplonianer/-innen gefördert.

Daneben vergibt die Stiftung Amplonius NOVUS an Rheinberger Studenten Stipendien. Momentan werden zwei Amplonianer, die in Köln bzw. Aachen studieren, durch jeweils 100 Euro pro Monat unterstützt.

Dieses 100-Euro-Stipendium zur Unterstützung des Studiums wird seit 2014 gewährt und für jeweils mindestens ein Jahr ausgezahlt. Zum Oktober 2018 wurden die beiden bestehenden Stipendien erneut um ein Jahr verlängert, so daß zum Jahresende 2018 für alle Stipendien seit 2014 insgesamt 7.800 Euro ausgegeben wurden.

Das Stiftungsvermögen belief sich bis Ende 2017 auf rund 55.000 Euro. Wegen der aktuellen Zinssituation ist Amplonius NOVUS auf großzügige Spenden angewiesen, um die von Amplonius de Berka vor über 600 Jahren begonnene Tradition der Förderung Rheinberger Jugendlicher fortzusetzen. Die ursprüngliche „Amplonianische Stiftung“ hat von 1412 bis 1947 gehalten (!) – Amplonius NOVUS soll dem historischen Vorbild nach Möglichkeit nicht nachstehen.