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Amplonius-Kalender 2022

Liebe Freundinnen und Freunde von Amplonius-Novus, liebe Amplonianerinnen und Amplonianer,

wie im letzten Jahr, so macht es auch jetzt Corona wieder unmöglich, den Kalender der Stiftung Amplonius Novus direkt auf dem Advents-Fest des Gymnasiums zu verkaufen, da die beliebte Veranstaltung leider pandemiebedingt ausfällt. Eine andere Möglichkeit, unseren Kalender in größeren Mengen „an den Mann oder die Frau zu bringen“, existiert leider nicht.

Das Robert Koch-Institut (RKI) rät aktuell „dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren“.

Schon der Mediziner Amplonius de Berka hatte sich zu der großen Epidemie seiner Epoche, der Pest, ähnlich geäußert und dringend empfohlen, „das dw nit geest zw vill lewtten“. Man möge möglichst keine fremden Wohnstuben und Häuser besuchen, da hier ein großes Potential für gegenseitige Ansteckung vorhanden sei („wan ains das ander vergifft“). Wie sich die Dinge doch gleichen …!

Wie im Vorjahr sind wir daher das Risiko nicht eingegangen, einen Amplonius-Kalender für 2022 drucken zu lassen, sondern bieten unseren Kalender als PDF-Datei auf unserer Homepage gratis zum Herunterladen (und eigenen Ausdruck) an.

Der Kalender der Stiftung Amplonius Novus für 2022 trägt den Titel „Schola Berkensis“ und präsentiert 12 Photos aus der Geschichte des Rheinberger Gymnasiums bis in die 1970er Jahre. Eine weitere PDF-Datei mit Erläuterungen zu den Kalenderblättern steht ebenfalls zum Download bereit.

Beide Dateien befinden sich hier:

Amplonius-Kalender-2022-Schola-Berkensis-klein.pdf

Amplonius-Kalender-2022-Schola-Berkensis-Erlaeuterungen.pdf

Sowohl der Kalender als auch die dazugehörigen Erläuterungen können kostenlos von der Stiftungshomepage heruntergeladen werden. Wir wären jedoch sehr dankbar, wenn Nutzer die Arbeit der Stiftung mit einer Spende unterstützen würden. Unsere Bankverbindung bei der Sparkasse am Niederrhein lautet: IBAN DE40 3545 0000 1101 0368 44.

November 2021

Das Kalenderblatt für den November 2021 zeigt die Initiale „P“ am Anfang des 2. Teils des theologischen Traktats „Summa de virtutibus et viciis“ von Wilhelm von Auvergne (CA 2° 141).

Wilhelm (lat. Guillelmus Alverniensis, franz. Guillaume d’Auvergne) war seit 1228 Bischof von Paris (Episcopus Parisiensis). Er starb 1249 in Paris. Das in der Amploniana vorhandene Manuskript wurde um 1410 geschrieben, der Entstehungsort ist nicht bekannt.

Der Text beginnt folgendermaßen: „Post hec aggrediemur cum dei auxilio partis huius sume de virtutibus partem secundam …“.

Oktober 2021

Das Kalenderblatt für den Oktober 2021 entstammt einer weiteren medizinischen Schrift aus der Amploniana: CA 2° 240: Guilelmi Placentini practicae libri (Wilhelm Placentinus von Saliceto: Vier Bücher der praktischen Medizin). Handschrift aus dem frühesten 14. Jahrhundert, evtl. noch 13. Jahrhundert, verziert mit interessanten Miniaturen aus der medizinischen Praxis.

Wilhelm Placentinus von Saliceto (geb. nach 1210, gest. um 1286) war ein Mediziner und Chirurg aus der Lombardei. Er studierte Medizin in Bologna, der wohl ältesten Universität Europas, promovierte dort und wurde dann Stadtarzt in Verona, wo er aber nur relativ kurz blieb, um sodann als Professor der Medizin an die Universität von Bologna zurückzukehren.

Er war der erste große Chirurg in Westeuropa. Zusammen mit anderen war Wilhelm von Saliceto Wegbereiter der chirurgischen Anatomie und (Mit-) Begründer der Chirurgenschule in Bologna.

Von Wilhelm von Saliceto sind in der Bibliotheca Amploniana mehrere Schriften vorhanden. Der Codex mit den Vier Büchern der praktischen Medizin kommt nach 1412 in die Bibliothek, das 4. Buch beschäftigt sich mit der Nützlichkeit zusammengesetzter, gemischter Medikamente. Folglich ist auf der vorliegenden Seite in der Initiale „L“ ein Arzt bei der Herstellung einer Arznei dargestellt: „Liber quartus incipit in quo determinabitur de medicinis compositis et simplicibus …“

Die Miniatur unten auf der Seite – Initiale „C“ – zeigt die Verteilung von hergestellten Arzneien an Patienten.

Vorstandssitzung 2021

Am 26. August 2021 hat der dreiköpfige Stiftungsvorstand getagt. Nach einem Überblick über die Finanzen von Amplonius NOVUS – die Stiftung gehört mit ihrem Stiftungskapital nach wie vor zu den kleinen Stiftungen, die unter dem Dach der Sparkasse am Niederrhein geführt werden – danach also widmete sich der Vorstand den Förderaktivitäten:

Im Förderjahr 2021 wurden vier Abiturientinnen/Abiturienten des Amplonius-Gymnasiums, die einen Abschluß mit dem Notendurchschnitt 1,0 erreichten, mit einem Büchergeld von je 100 EUR für ihren Start in ein Hochschulstudium gefördert.

Damit hat die Stiftung – beginnend mit den zwei besten Amplonianern des Abitur-Jahrgangs 2013 – bis heute insgesamt 3.400 Euro als Büchergeld für die besten Abiturientinnen und Abiturienten des Amplonius-Gymnasiums zur Verfügung gestellt.

Im zurückliegenden Studienjahr wurden zwei Amplonianerinnen und ein Amplonianer mit einem Stipendium von monatlich 100 EUR durch Amplonius NOVUS unterstützt. Die drei Stipendiaten haben Anträge auf Fortsetzung der Förderung gestellt. Ihren jeweiligen Jahresberichten und Notenübersichten war zu entnehmen, daß sie in ihrem Studium (2 x Medizin, 1 x Lehramt) erfolgreich gearbeitet haben, weshalb der Stiftungsvorstand einstimmig der Meinung war, das Amplonius-Stipendium für ein weiteres Jahr fortzusetzen.

Im Studienjahr 2014/2015 hat Amplonius NOVUS damit begonnen, den ersten Absolventen des Rheinberger Gymnasiums mit einem kleinen Stipendium zu fördern. Mittlerweile hat unsere erster Stipendiat sein Studium erfolgreich beendet; er schreibt über das Amplonius-Stipendium: „Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei der Studienstiftung Amplonius Novus bedanken. Ohne dieses Stipendium hätte ich vermutlich einigen meiner wissenschaftlichen Interessen nicht in diesem Umfang nachgehen können. Auch das Studium wäre deutlich aufwändiger gewesen, wenn ich mich parallel noch um eine Finanzierung hätte kümmern müssen.“

Aktuell werden drei Studierende durch eine monatliche Beihilfe in Höhe von 100 Euro unterstützt. Bis zum Ende des Studienjahres 2021/2022 werden wir insgesamt 18.000 Euro für die Förderung von Rheinberger Studenten ausgegeben haben.

Möglich werden all unsere Aktivitäten nur durch die Unterstützung engagierter Freundinnen und Freunde sowie Förderer von Amplonius NOVUS.

Dafür bedanken wir uns sehr herzlich! Ohne die großzügigen Spenden und Zuwendungen wäre unsere Arbeit in diesem Umfang nicht möglich.

Sollten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, die Arbeit der Studienstiftung Amplonius NOVUS ebenfalls unterstützen wollen, finden Sie hier unser Konto bei der Sparkasse am Niederrhein. Die IBAN lautet:

DE40 3545 0000 1101 0368 44 (BIC: WELADED1MOR).

Wir freuen uns über jeden Betrag in jedweder Höhe. Natürlich versenden wir auch zu Jahresbeginn entspr. Spendenquittungen.

September 2021

September     CA 2° 287: Hippocratis aphorismi a Galieno commentati – Aphorismen des Hippokrates mit einem Kommentar von Galen in der Übersetzung von Constantinus Africanus.

Die Hauptinitiale links auf der Seite zeigt ein ca. 17 cm großes rotes „P“: „Prefacio domini constantini affricani montis cassiensis monachi ad glauconem discipulum suum. Licet peticionibus tuis continuis …“

Die Initiale „U“ zeigt „ein größeres bunt ausgeführtes lebendiges Bild einer ärztlichen Consultation, das durch die Tracht einer weiblichen Figur für die damalige Zeit äußerst characteristisch ist“ (Schum, aaO, S. 195). Die Miniatur zeigt einen Arzt mit Uringlas, der zu einem Patienten spricht. Im Hintergrund ist das Labor des Arztes zu sehen sowie eine weitere Person.

Der Text beginnt: „Uita breuis, ars vero longa, tempus autem acutum experimentum vero fallax iudicium autem difficile …“ „Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang, die Gelegenheit vorübergehend, die Erfahrung verräterisch, die Beurteilung schwierig …“

Der Kommentar beginnt acht Zeilen danach mit der blauen Initiale „P“: „Plurimi interpretes huius libri …“

Constantinus Africanus (gest. um 1087) war ein nordafrikanischer medizinischer Forscher, Fachautor und Übersetzer an der medizinischen Schule von Salerno in Süditalien. Durch seine Übersetzungstätigkeit – er übersetzt z.B. Hippokrates und Galen – wird auch die praktische arabische Medizin für die Ärzte im mittelalterlichen Europa zugänglich. Von Salerno aus gelangen die Erkenntnisse und Lehrbücher an die Universitäten von Bologna und Paris und natürlich auch nach Erfurt und in die Amploniana.

Die Handschrift Hippocratis aphorismi a Galieno commentati wurde am 9. Dezember 1468 durch den Rheinberger Studenten Hermann Umbehouwen „in stuba“ des Collegium Amplonianum vollendet. Es existiert am Schluß der folgende Eintrag: „Expl. amph. Yp. cum comm. G. per Hermannum Umbehouwen de Bercka a. D. millesimo quadringentesimo scxagesimo octavo die vero nona mensis Decembris in stuba eiusdem B. collegii Porte celi Amploniani.“

Hermann stammt aus Rheinberg und wird 1458 als 41. Kollegiat am Collegium Amplonianum aufgenommen. 1467 wird er magister artium und studiert dann Medizin. Er promoviert nicht in Erfurt und ist nach seinem Studium Arzt in Stendal und Lüneburg.

In der Bibliotheca Amploniana findet sich unter der Signatur CA 4° 218 eine von Umbehouwen gestiftete Sammlung medizinischer Texte.

Nicht geklärt ist, ob dieser Hermann Umbehouwen identisch ist mit jenem „dankbaren Schüler namens Unbehoven aus Rheinberg“, der laut Paul Feltes „am Anfang des 16. Jahrhunderts einen neuen Grabspruch in lateinischer Sprache“ in St. Aposteln zu Köln anbringen ließ. Nachfolgend der von Feltes veröffentlichte Text:

„Dieses bescheidene Grab birgt Amplonius sterbliche Reste. / Kalter, nüchterener Stein deckt ein ruhmvolles Leben zu. / Aber weil er sein Leben erhabener Weisheit gewidmet hat, / gegen Unglück den Kampf mit tapferem Herzen aufnahm, / schenkte ihm Gott ein gutes Geschick, Reichtum und klugen Rat. / Ewig wird die Nachwelt ihm dankbare Kränze winden, / niemals geht er ein in der Vergessenheit Grab.“

Feltes‘ Quellen bleiben im Dunkeln; sicher aber ist das Epitaph aus der Feder des Erfurter „poeta laureatus“ Christophorus Aulaeus, das dieser in seinen „Luctuum libri duo“ aufnahm, einer Sammlung von Trauergedichten, die er 1547 veröffentlicht hat.

August 2021

CA 2° 319 aus dem frühen 14 Jahrhundert und italienischer Herkunft. Thomas von Aquin: Questiones de veritate. Schum, aaO, S. 221: „Initialen der Hauptabschnitte in bunten Farben auf Goldgrund mit großen um den ganzen Text herumreichenden Arabesken, phantastisch gestaltete Vögel zumeist u. einmal gut getroffene Scenen einer Hasenjagd enthaltend; im Inneren des 1. Initials ist eine Vorlesung eines Dominicaners vor Ordensbrüdern dargestellt.“

Thomas von Aquin (1225-1274) war ein italienischer Dominikaner und einer der bedeutendsten Kirchenlehrer der römisch-katholischen Kirche. Er ist einer der einflußreichsten Philosophen, und seiner Wirkungsgeschichte in der Philosophie des Mittelalters nach zu urteilen gehört er zu den großen Denkern seiner Zeit, dessen Werk noch heute auf praktisch allen Feldern philosophischer Problemstellungen Anregungen zu geben vermag.

In seinen „Questiones disputatae“, seinem in philosophischer Hinsicht bedeutendsten Werk, geht es Thomas von Aquin um die möglichst umfassende Disputation von Sachfragen nach der Maßgabe der intellektuellen Vernunft vor dem Hintergrund überlieferter Auffassungen. Abgehandelt werden die großen Themen der Metaphysik und Erkenntnislehre, die den Menschen bewegen: Was ist Wahrheit, was Vermögen und (göttliche) Macht, was Tugend, und was ist die Seele?

Amplonius schätzte die Schriften von Thomas von Aquin sehr; folgerichtig schrieb er seinen Theologie-Studenten ihr Studium vor. Er besaß alle wichtigen Schriften des Thomas in jeweils mehreren Exemplaren, von den Kommentaren zu Sentenzen des Petrus Lombardus bis hin zur „Summa contra Gentiles“ (CA 2° 96), von den Bibelkommentaren bis zu den Kommentaren zu Texten von Aristoteles.

Juli 2021

CA 2° 31 (2. Hälfte des 13. Jahrhunderts): Libri duo Aristotelis de proprietatibus elementorum secundum translacionem communem. Die Initiale „P“ zeigt einen Gelehrten, vielleicht Aristoteles, mit seinen Schülern. In seinen Händen hält der Mann eine Darstellung der Welt – als Scheibe. Der Text beginnt: „Postquam premissus est sermo a nobis in celo et mundo et determinavimus illud …“

Aristoteles (384-322 v. Chr.) ist sicherlich neben seinem Lehrer Platon der bedeutendste antike Philosoph. Seine Schriften über die Logik, die Naturphilosophie, die Metaphysik und die praktische Philosophie wurden seit dem 12. Jhdt. aus dem Arabischen in das Lateinische übersetzt und dem Abendland wieder zugänglich gemacht. Dadurch wurde das geistige Leben Europas ab dem 13. Jhdt. bereichert, auch wenn die Aufnahme der aristotelischen Schriften, die sich im Widerspruch zu den Lehren der katholischen Kirche befanden, nicht ohne Probleme erfolgte. Auch in der Amploniana lassen sich Verurteilungen einzelner Aussagen des Aristoteles im Bereich der Naturphilosophie feststellen.

Trotzdem gilt Aristoteles im europäischen Mittelalter als der Philosoph überhaupt, als die Autorität des spätmittelalterlichen Geisteslebens.

Die Schrift „De proprietatibus elementorum“ entstand wahrscheinlich im neunten oder zehnten Jahrhundert. Der Autor des Werkes behauptet, Aristoteles zu sein, aber schließlich wurde festgestellt, daß es sich um das Werk eines arabischen Autors handelt, weshalb die Arbeit folgerichtig einem „Pseudo-Aristoteles“ zugeschrieben wird.

Bis zum 13. Jahrhundert ist „De proprietatibus elementorum“ zusammen mit Aristoteles „Meteorologie“ und Avicennas „De mineralibus“ eine der drei Hauptquellen für mittelalterliches Wissen über Geologie.

Als während der Renaissance erkannt wird, daß „De proprietatibus elementorum“ nicht von Aristoteles selbst geschrieben wurde, wird die Schrift aus dem akademischen Curriculum gestrichen.

Zum Einstieg ins Studium: Büchergeld

Dass Schule in den Zeiten von Corona nicht einfach war und ist, wissen mittlerweile alle Menschen im Land. Dass Abiturientinnen und Abiturienten in den Zeiten von Corona trotz aller Widrigkeiten hervorragende Leistungen erbringen, verdient unser aller Respekt.

Die Studienstiftung Amplonius NOVUS beglückwünscht alle Abiturientinnen und Abiturienten des Amplonius-Gymnasiums zum bestandenen Abitur und wünscht für die Zukunft alles erdenklich Gute.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass bei einem großen Teil der Absolventinnen und Absolventen des Amplonius-Gymnasiums, genau bei 34 Schülern, bei der Durchschnittsnote eine Eins vor dem Komma steht.

Ist dies gerade in den momentan schwierigen Zeiten schon eine tolle Leistung, so stellt die Abschlussnote Eins-Komma-Null sozusagen das Sahnehäubchen dar. Und diese Super-Leistung gelingt vier Prüflingen, einer Abiturientin und drei Abiturienten. Diese vier besonders erfolgreichen Amplonianern würdigt die Studienstiftung Amplonius NOVUS durch ein Büchergeld von je 100 Euro, das zur Anschaffung von Fachliteratur beim Start ins Studium dient.

Dazu schreibt es ehemaliger Amplonianer: „Vielen Dank für die Glückwünsche zum Abitur und für die Möglichkeit dieses Büchergeld in Anspruch nehmen zu können. Es wird zum Studienbeginn eine gute Unterstützung sein.“ Oder eine Amplonianerin: „Ich habe mich über die Anerkennung für meinen Abschluss durch die Stiftung Amplonius Novus sehr gefreut und möchte mich daher von ganzem Herzen bei Ihnen bedanken. Die acht Jahre, die ich am Amplonius-Gymnasium verbracht habe, waren für mich eine sehr schöne und für meinen weiteren Lebensweg prägende Zeit, an die ich mich immer gerne zurückerinnern werde.“

Seit dem ersten Büchergeld beim Abitur 2013 hat die Stiftung Amplonius NOVUS nun insgesamt 41 Amplonianerinnen und Amplonianer für ihre exzellenten Schulleistungen gewürdigt und insgesamt 3.400,- Euro zur Verfügung gestellt.

Amplonius NOVUS unterstützt Amplonianerinnen und Amplonianer nicht nur bei ihrem Eintritt in eine Hochschule durch ein Büchergeld zur Beschaffung von Literatur zum Studium, sondern auch im Verlauf ihres Studiums durch ein Stipendium. So werden augenblicklich drei Studierende durch eine monatliche Beihilfe unterstützt und gefördert. Es handelt sich um zwei Studentinnen und einen Studenten, die alle am Amplonius-Gymnasium ihr Abitur abgelegt haben. Ein vierter Stipendiat hat mittlerweile sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Er schrieb uns zu der Unterstützung durch die Stiftung: „Ich möchte mich am Schluss noch einmal ausdrücklich bei der Studienstiftung Amplonius NOVUS für das mir gewährte Stipendium bedanken. Ohne dieses Stipendium hätte ich vermutlich einigen meiner wissenschaftlichen Interessen nicht in diesem Umfang nachgehen können und auch das Studium wäre deutlich aufwändiger gewesen, wenn ich mich parallel dazu noch um eine Finanzierung hätte kümmern müssen.“

Für ein Stipendium von Amplonius NOVUS kann man sich jetzt wieder erneut bewerben. Der Förderzeitraum beträgt ein Jahr (beginnend mit dem Monat Oktober) und kann bei Vorliegen der Voraussetzungen verlängert werden. Alle notwendigen Informationen dazu findet man hier auf unserer Homepage.

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Zur Abbildung: Aus der Bibliothek des Amplonius (CA 2° 31). Die Initiale P zeigt einen Gelehrten mit seinen Schülern.

Juni 2021

CA 4° 353: Schmuckvolle Initiale “S” aus einem Buch von Euklid in der Übersetzung aus dem Arabischen von Adelard von Bath (auch Adelardus Bathonensis, geb. um 1070, gest. um 1152): Euclidis geometriae librorum VIII translatio ab Adelhardo Bathoniensi confecta fine mutila. Handschrift aus dem sehr frühen 13. Jahrhundert, in der Bibliotheca Amploniana in der Abteilung „Mathematica“ geführt. „Superficies similes sunt quarum anguli unius angulis alterius equales lateraque equos angulos continencia proporcionalia. Superficies mutuorum laterum sunt inter quarum latera incontinua proporcionalitas retransitive habetur.”

Wie viele wissenschaftliche Werke, so wurden auch Euklids Schriften zunächst ins Arabische übersetzt. Unter anderem durch die Übersetzungen von Adelard von Bath, einem bedeutenden englischen Gelehrten und Übersetzer des 12. Jahrhunderts, wurde die arabische Wissenschaft und mit ihr die der Antike im 12. Jahrhundert im Europa des Mittelalters bekannt gemacht.

Die Bibliotheca Amploniana enthält eine überraschend große Menge an mathematischen Texten, angefangen bei der griechisch-römischen Antike über die Übersetzungen von arabischen Schriften bis zu zahlreich vorhandenen Schriften aus dem westlichen Europa des 13. und 14. Jahrhunderts.

Unter Mathematik versteht Amplonius die im Quadrivium vereinten Fächer Arithmetik, Geometrie, (theoretische) Musik und Astronomie. Im catalogus librorum schreibt Amplonius, was er noch unter dem Oberbegriff „mathematica“ zusammenfaßt: die Astrologie, die Geomantie (i.e. eine Form des Hellsehens), „magicas artes et nigromanticas“ und die Optik.

Was Euklid betrifft, so enthält die Amploniana in verschiedenen Codices Handschriften der beiden wichtigsten lateinischen Euklid-Bearbeitungen des Mittelalters.