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Amplonius-Kalender 2020

Der Kalender 2020 der Stiftung Amplonius NOVUS ist soeben aus der Druckerei geliefert worden und ab sofort für 5,50 Euro erhältlich.

„Isti sunt libri, quos ego Amplonius Ratinck de Berka habeo …“„Dies sind die Bücher, die ich, Amplonius Ratinck de Berka, habe …“ Mit diesem Satz beginnt Amplonius, der mittelalterliche Büchersammler aus Rheinberg, den 1410 begonnenen handschriftlichen Katalog seiner für damalige Zeiten ungeheuer großen privaten Büchersammlung – und dieser Satz ist auch der Titel des Amplonius-Kalenders 2020.

Deckblatt des Kalenders 2020
Petrus Lombardus: Libri sentenciarum (CA 4° 108). Schrift aus England, verfasst in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Das abgebildete Blatt zeigt, so Schum, eine „farbige Figurenzeichnung mit der arbor generationis“.

Die 633 Handschriftenbände umfassende Bibliothek des Rheinberger Mediziners und Theologen, „Bibliotheca Amploniana“ genannt, wird heute als die umfangreichste insgesamt erhaltene Büchersammlung eines Gelehrten des Mittelalters bezeichnet. 1412 übereignete Amplonius seine Bücher dem von ihm gegründeten „Collegium Amplonianum“ an der Universität Erfurt; noch heute können große Teile der „Amploniana“ in der Universitätsbibliothek Erfurt bewundert werden.

Aus dem Schatz reich verzierter Handschriften der „Amploniana“ hat die Stiftung Amplonius NOVUS zum zweiten Mal einen schönen Kalender im Format DIN A-4 zusammengestellt. Der Kalender 2020 präsentiert kleine Ausschnitte und Details aus Büchern des Rheinberger Gelehrten und Stifters und zeigt Monat für Monat andere Anfangsseiten unterschiedlicher Schriften aus der Bibliothek des Amplonius, die besondere Verzierungen – Initialen und Miniaturen – aufweisen. So beispielsweise für den Monat Januar die Initiale „V“ mit der kunstvoll eingefügten Miniatur eines Dominikanermönches („Veritatem meditabatur guttur meum et labia mea detestabuntur impium.“ – „Denn mein Mund soll die Wahrheit reden, und meine Lippen sollen hassen, was gottlos ist.“), mit der ein 1301 in Bologna geschriebenes Werk des Kirchenlehrers Thomas von Aquin („Summa contra Gentiles“) beginnt.

Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles – Liber de veritate fidei catholice contra errores infidelium (CA 2° 96). Das vorliegende Blatt entstand 1301 in Bologna. Die Miniatur zeigt „das wohlgelungene Bild eines lehrenden Dominicaners“ (Schum).

Der Fotokalender kann anlässlich der Veranstaltung „Advent am Amplonius“ am Freitag, 29.11.2016, von 16 – 19 Uhr im Amplonius-Gymnasium für 5,50 EUR erworben werden. Bestellungen oder Vormerkungen bitte per eMail an amplonius-novus@t-online.de; der Kalender wird dann per Post ausgeliefert (Versandkosten: 1,55 Euro).

Stipendiaten

Was haben mittelalterliche Handschriften und Computer gemeinsam? Beide speichern das Wissen ihrer Zeit – natürlich auf sehr unterschiedliche Weise – und beide sind Arbeitsmittel und Studierhilfen (nicht nur) für Amplonianer. Die mittelalterlichen Bücher, von Amplonius de Berka gesammelt und gestiftet, wurden von Rheinberger Studenten im Collegium Porta Coeli studiert; mit Computern kennt sich der erste Stipendiat der Studienstiftung Amplonius NOVUS so gut aus, dass er jetzt eine ausgezeichnete Masterarbeit zum Bereich der neuronalen Netze vorgelegt und sein Studium an der RWTH Aachen erfolgreich mit dem Master of Science abgeschlossen hat. Eine Promotion im Bereich der Informatik wird angestrebt.
Die Studienstiftung Amplonius NOVUS hat den kompetenten Amplonianer seit Beginn seines Studiums im Wintersemester 2014/2015 mit einem Lebenshaltungszuschuss von 100 Euro monatlich gefördert. Die Mitglieder des Stiftungsvorstandes sind stolz darauf, ihren Stipendiaten auf seinem erfolgreichen Weg durchs Studium begleitet zu haben.
Es Ist bestimmt ein Zufall, dass der zweite Stipendiat der Stiftung wie Amplonius de Berka Mediziner werden will. Genauso wie es sicher Zufall ist, dass er an der Universität studiert, an der Amplonius 1399 das Fach Medizin lehrte und deren Rektor er zweimal hintereinander war. Fakt ist aber, dass die Stiftung, die sich auf Amplonius beruft, ihn, den Abiturienten des Jahrgang 2015, aktiv mit einem Stipendium fördert.
Seit Neugründung der amplonianischen Stiftung anno 2013 wurden Absolventinnen und Absolventen des Amplonius-Gymnasiums durch verschiedene Maßnahmen mit insgesamt 13.300 Euro gefördert – ein stolzer Betrag, der nicht ohne die Mithilfe vieler Freunde der Schule und des Amplonius möglich gewesen wäre!

Der Vorstand der Stiftung Amplonius NOVUS bedankt sich auf diesem Wege für die großzügige Unterstützung. Wer sich ebenfalls in diesem Bereich engagieren möchte, kann dies per Mail tun. Unsere Mail-Adresse lautet: amplonius-novus@t-online.de. Die Bankverbindung (IBAN) der Stiftung lautet: DE40 3545 0000 1101 0368 44.