{"id":546,"date":"2015-03-02T11:01:51","date_gmt":"2015-03-02T09:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amplonius-novus.de\/?page_id=546"},"modified":"2019-08-11T21:30:40","modified_gmt":"2019-08-11T19:30:40","slug":"der-stifter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/?page_id=546","title":{"rendered":"Der Stifter"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gudens.jpg\"><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1001\" src=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gudens-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gudens-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Gudens.jpg 476w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><\/h3>\n<h3>Eine der ersten Erw\u00e4hnungen des \u201eCollegium Amplonianum\u201c und seines Stifters in einer gedruckten Chronik fndet sich 1675 in Johann Mauritz Gudens (1639\u20131688) ber\u00fchmter \u201eHistoria Erfurtensis\u201c. Die entsprechenden Seiten 128-129 der Erfurt-Chronik finden Sie hier:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Joannis-Mauritii-Gudeni-Historia-Erfurtensis-Ab-Urbe-Condita-Ad-Reductam-128-129.pdf\"><strong>Joannis Mauritii Gudeni Historia Erfurtensis Ab Urbe Condita Ad Reductam (128-129)<\/strong><\/a><\/p>\n<h3>Joannis Mauritii Gudeni Historia Erfurtensis. Ab urbe condita ad reductam: libri IV. Erfurt,<br \/>\nDuderstadt 1675. S. 128\u2013129. Online ist die gesamte Chronik in der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt an der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg einsehbar. Der Link zu dieser Quelle:<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #046e8f;\">http:\/\/digitale.bibliothek.uni-halle.de\/urn\/urn:nbn:de:gbv:3:1-58111<\/span><\/h3>\n<h3>Johann Nicolaus Sinnhold aus Erfurt ist neben Johann Gudens einer der ersten, der sich in seiner Chronik \u201eErfordia Literata: oder Gelehrtes Erfurt\u201c (1748) ausf\u00fchrlich mit Amplonius, seiner Stiftung \u201eZur Himmelspforte\u201c und der hier angesiedelten Bibliothek besch\u00e4ftigt. Auf gut 70 Seiten widmet sich Sinnhold der Biographie des Amplonius und berichtet von der Geschichte des \u201eCollegium Amplonianum\u201c.<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0_Titelblatt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-996\" src=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0_Titelblatt-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0_Titelblatt-196x300.jpg 196w, https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0_Titelblatt-768x1175.jpg 768w, https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0_Titelblatt-669x1024.jpg 669w, https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0_Titelblatt-624x955.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Johann Nicolai Sinnholds, E. Hochehrw. Ministerii Assessor. Predigers bey der Evangel. Regler-Kirche, und des Raths Gymnasii Prof. Publ. Erfordia Literata: oder Gelehrtes Erfurt; als eine Fortsetzung des Motschmannischen Wercks &#8230; ; Des dritten Bandes Erstes St\u00fcck, Erfurt 1748, S. 23-93<\/h3>\n<h3>Online ist Sinnholds Werk in den digitalen Sammlungen der\u00a0Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar unter folgendem Link verf\u00fcgbar:<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #046e8f;\">http:\/\/haab-digital.klassik-stiftung.de\/viewer\/image\/1231623691\/1\/LOG_0003\/<\/span><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3>Die nachfolgende PDF-Datei versucht, einen \u00dcberblick \u00fcber das Leben des Amplonius zu geben. Im Anschluss daran finden Sie ein Literaturver-zeichnis zu Amplonius und dann\u00a0einen Artikel von Oberstudienrat Jansen \u00fcber den Rheinberger Gelehrten, den er 1998 f\u00fcr eine Festschrift des Amplonius-Gymnasiums geschrieben hat. &#8211; Sehen Sie bitte selbst:<\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Amplonius-Ratingk-de-Berka-1365-1435-vers-7.pdf\">https:\/\/www.amplonius-novus.de\/Amplonius-Ratingk-de-Berka-1365-1435-vers-7.pdf<\/a><\/h3>\n<div id=\"attachment_550\" style=\"width: 177px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Amplonius-Rating-de-Berka-Rathaus-Rhbg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-550\" class=\"wp-image-550 size-medium\" src=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Amplonius-Rating-de-Berka-Rathaus-Rhbg-167x300.jpg\" alt=\"Amplonius Rating de Berka [Rathaus Rhbg]\" width=\"167\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Amplonius-Rating-de-Berka-Rathaus-Rhbg-167x300.jpg 167w, https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Amplonius-Rating-de-Berka-Rathaus-Rhbg.jpg 357w\" sizes=\"auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-550\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>Hein Hoppmann: Bildnis des Amplonius Rating de Berka (im alten Rathaus zu Rheinberg)<\/p><\/div>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.amplonius-novus.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Literatur-zu-Amplonius.pdf\">https:\/\/www.amplonius-novus.de\/Literatur-zu-Amplonius.pdf<\/a><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3>Oberstudienrat i. R. Hans Josef Jansen, \u00dcber Amplonius Ratingk de Berka, den Namensgeber unserer Schule *)<\/h3>\n<h3><em>\u201eAmplonius Ratingk de Berka war einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit, B\u00fccherliebhaber und besessener B\u00fcchersammler, ber\u00fchmter Arzt und vor allem F\u00f6rderer der studierenden Jugend Rheinbergs.<\/em><br \/>\n<em>Wer war nun dieser Amplonius genau? Zwar k\u00f6nnen wir sein Leben nicht in allen Stationen zur\u00fcckverfolgen, aber es gibt zeitgen\u00f6ssische Notizen in seiner Bibliothek in Erfurt, darunter einige Autographe, die uns einen gewissen Aufschluss geben. Doch schon die Schreibung seines Namens ist unsicher: Amplonius Ratingk de Berka, Amplonius Rating de Bercka, wie er erst zuletzt sich selber schrieb. Das verb\u00fcrgt mit Sicherheit, dass er aus unserem alten Rheinberg stammte. Zwar ist sein genaues Geburtsdatum unbekannt, man kann jedoch aufgrund anderer Quellen schlie\u00dfen, dass es in den Jahren zwischen 1365 und 1367 gewesen sein muss.<\/em><br \/>\n<em>Sein Name verr\u00e4t uns weiterhin, dass die Familie seines Vaters aus Ratingen bei D\u00fcsseldorf stammte. Von seiner Mutter wissen wir nichts. Immerhin l\u00e4sst sich aus der Tatsache, dass sein Vater ihm und seinem Bruder Peter ein Universit\u00e4tsstudium erm\u00f6glichen konnte, leicht erkennen, dass die Familie recht beg\u00fctert gewesen sein musste.<\/em><br \/>\n<em>Sein Studienweg f\u00fchrte den jungen Amplonius zun\u00e4chst auf die Schule nach Soest, wo ihn der Lehrer Heinrich von Orsoy unterrichtete, 1384 finden wir ihn in Osnabr\u00fcck. Von dort ging er an die \u00e4lteste deutsche Universit\u00e4t nach Prag und war bereits 1388 Magister der freien K\u00fcnste. Interessant ist die Tatsache, dass gleichzeitig mit ihm zwei weitere Rheinberger in Prag studierten.<\/em><br \/>\n<em>Dem Prager Universit\u00e4tsrecht zum Trotz &#8211; er h\u00e4tte dem gem\u00e4\u00df eigentlich an dieser Hohen Schule lehren m\u00fcssen &#8211; reiste der junge Magister Amplonius zum Unterrichten nach Soest. Offensichtlich f\u00fchlte er sich seiner alten Schule verpflichtet. F\u00fcr die folgenden beiden Jahre 1389 und 1390 gibt es keine Quellen zu seinem Leben, es finden sich Belege erst wieder ab 1391: Er wurde an der K\u00f6lner Universit\u00e4t immatrikuliert und begann ein Medizinstudium, dessen erste Examina er in sehr kurzer Zeit absolvierte. <\/em><br \/>\n<em>Als 1392 die Universit\u00e4t Erfurt er\u00f6ffnet wurde, lie\u00df er sich als vierter Student einschreiben, hielt Vorlesungen in Philosophie, studierte gleichzeitig selbst weiterhin Medizin und wurde am 12. Oktober 1393 als erster in Erfurt zum \u201edoctor in medicina\u201c promoviert. Offensichtlich genoss der damals etwa siebenundzwanzigj\u00e4hrige Magister bereits zu dieser Zeit wegen seiner Gelehrtheit und wegen seiner jetzt schon ber\u00fchmten Bibliothek ein gro\u00dfes Ansehen, denn er wurde schon im Fr\u00fchling 1394 zum Rektor der jungen Erfurter Universit\u00e4t berufen. Ein f\u00fcrwahr ungew\u00f6hnlicher Werdegang. In Erfurt lebte und studierte er im Haus \u201eArche Noah\u201c, das unmittelbar neben dem Universit\u00e4tsgel\u00e4nde lag. Im Fr\u00fchjahr 1395 verlie\u00df Amplonius Erfurt. Die zeitgen\u00f6ssischen Quellen berichten, dass er zeitweilig an der Universit\u00e4t Wien dozierte. Aber f\u00fcr die folgenden drei Jahre schweigen sie. Erst 1399 ist er wieder nachweisbar, und zwar in K\u00f6ln. Hier wurde er zweimal zum Rektor magnificus der Universit\u00e4t gew\u00e4hlt, und hier lebte er auch f\u00fcr eine Reihe von Jahren mit Kunigunde von Haghen zusammen, die ihm zwei S\u00f6hne und zwei T\u00f6chter gebar. Die beiden S\u00f6hne sind unter den Namen Amplonius de Fago und Dionysius de Fago bekannt geworden. Woher die abweichenden Familiennamen stammen, ist nicht bekannt. Amplonius hat sich ebenfalls als Wissenschaftler einen guten Ruf erworben, w\u00e4hrend Dionysius dem Vater wegen seines Lebenswandels nicht unbedingt zur reinen Freude gereichte.<\/em><br \/>\n<em>Hier in K\u00f6ln erlangte Amplonius h\u00f6chstes Ansehen. Er wurde 1401 zum Leibarzt des Erzbischofs und Kurf\u00fcrsten Friedrich berufen, dem er mit seiner \u00e4rztlichen Kunst bis 1414 diente.<\/em><br \/>\n<em>In diese Zeit f\u00e4llt auch die Trennung von Katharina von Haghen, er wurde Kleriker und erhielt eine gut ausgestattete Pfr\u00fcnde als Kanonikus an der Apostelkirche in K\u00f6ln. Katharina von Haghen und seine beiden T\u00f6chter Helena und Agnes lebten seither wohlversorgt als Nonnen im vornehmen Clarissenkloster zu Mainz.<\/em><br \/>\n<em>Eine gr\u00f6\u00dfere Reise des Amplonius ist in einem Kalender mit eigenh\u00e4ndigen Eintragungen belegt: Er fuhr im Gefolge des Erzbischofs Friedrich nach Rom, war unter anderem in Meran und kopierte dort einen kleinen Traktat \u00fcber Astrologie. Man sieht, seine Interessen waren breit gef\u00e4chert. Hinzu kam allerdings auch, dass die Astrologie in seiner Zeit als eine medizinische Hilfswissenschaft betrachtet wurde. Seit 1412 war er nach eigener Aussage Kleriker an der K\u00f6lner Apostelkirche, in deren N\u00e4he er auch wohnte. Nur einmal noch verlie\u00df er K\u00f6ln: als er von 1417 bis 1422 Dechant des Viktorstiftes in Mainz war. Sein theologischer Ruf muss also ebenfalls ausgezeichnet gewesen sein, wenn man ihn zum Vorsteher eines ber\u00fchmten Klosters berief. Danach lebte er ausschlie\u00dflich in K\u00f6ln.<\/em><br \/>\n<em>Zwei Jahre vor seinem Tod, 1433, fasste Amplonius sein Testament ab, das f\u00fcr Rheinbergs studierende Jugend von gro\u00dfer Bedeutung werden sollte.<\/em><br \/>\n<em>Im Umgang der K\u00f6lner Apostelkirche wurde Amplonius Ratingk de Berka 1435 zur letzten Ruhe gebettet.<\/em><br \/>\n<em>Im Verlaufe seines langen Lebens war Amplonius durch seine \u00e4rztliche T\u00e4tigkeit, aber auch durch seine Pfr\u00fcnde reich geworden und richtete zur Ehre Gottes, aber m\u00f6glicherweise auch, weil er etwas f\u00fcr sein eigenes Seelenheil tun wollte, eine wohlt\u00e4tige Stiftung ein. Er war ja ein Kind seiner Zeit, man denke daran, dass er bis zu etwa seiner Lebensmitte durchaus dieser Welt verhaftet war und erst danach Kleriker wurde. Von Pl\u00e4nen zu dieser Stiftung ist bereits in einer Erfurter Ratsurkunde aus dem Jahre 1412 die Rede.\u201c<\/em><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3>_____________________________________________<\/h3>\n<h3>*) aus: Schulleitung des Amplonius-Gymnasiums Rheinberg (Hrsg.), 95 Jahre Amplonius-Gymnasium (1903-1998) und Er\u00f6ffnung des naturwissenschaftlichen Neubaus (22. Juni 1998), Rheinberg 1998, S. 20 \u2013 27<\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der ersten Erw\u00e4hnungen des \u201eCollegium Amplonianum\u201c und seines Stifters in einer gedruckten Chronik fndet sich 1675 in Johann Mauritz Gudens (1639\u20131688) ber\u00fchmter \u201eHistoria Erfurtensis\u201c. Die entsprechenden Seiten 128-129 der Erfurt-Chronik finden Sie hier: Joannis Mauritii Gudeni Historia Erfurtensis Ab Urbe Condita Ad Reductam (128-129) Joannis Mauritii Gudeni Historia Erfurtensis. 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