Jahresbericht 2017

Marcus Porcius Cato Censorius (genannt „der Ältere“): „Ziere durch Lehren den Geist und höre niemals auf zu Lernen, denn ohne Gelehrsamkeit ist das Leben wie ein Abbild des Todes“. – Inschrift der Rheinberger Lateinschule aus dem Jahre 1614 und Inschrift am Hauptportal des Amplonius-Gymnasiums von 1951.

Amplonius de Berka hat uns zwei Denkmale hinterlassen, die an ihn und sein Wirken erinnern: die „Amploniana“, seine großartige Bibliothek, und natürlich seine „Amplonianische Stiftung“, mit der er jungen Menschen den Einstieg in akademische und gesellschaftliche Laufbahnen ermöglichte – mehr Denkmale sind nicht nötig!
Amplonius war mit seiner Büchersammlung und seiner Stiftung Türöffner, Förderer und Wegbereiter. Er stellte Wissen bereit, machte es für Wissbegierige zugänglich und öffnete so neue Horizonte. Er förderte Bildung, Wissenschaft und Forschungseifer und war damit ausgesprochen visionär und für seine Zeit ungewöhnlich sozial. Mit der Studienstiftung Amplonius NOVUS versuchen wir, Amplonius‘ Stiftungsgedanken fortzuführen. Dies mit der Unterstützung zahlreicher Stifterinnen und Stifter aus Rheinberg und dem Umfeld/Freundeskreis des Amplonius-Gymnasiums sowie mit der Hilfe von großzügigen Spenden.
Wir sind für talentierte Absolventinnen und Absolventen des Amplonius-Gymnasiums in zwei Bereichen aktiv, nämlich beim Studienbeginn durch ein Büchergeld als Anschubfinanzierung und beim Studium selbst durch ein unterstützendes Lebenshaltungsstipendium.
Mit dem einmaligen Büchergeld – erstmalige Vergabe beim Abiturjahrgang 2013 – gewährt Amplonius NOVUS eine „Starthilfe“ für die Anschaffung von Büchern für ein Universitätsstudium. Seit der erstmaligen Vergabe des Büchergeldes wurden insgesamt 22 Amplonianer/innen ausgezeichnet. Amplonius NOVUS hat dafür 1.650 Euro „in die Hand“ genommen. Im zurückliegenden Jahr 2017 wurden 300 Euro zur Verfügung gestellt und vier Amplonianer/-innen gefördert.
Unser Lebenshaltungsstipendium in Höhe von monatlich 100 Euro zur Unterstützung des Studiums wird seit 2014 gewährt und für jeweils mindestens ein Jahr ausgezahlt. Seit Oktober 2016 werden erstmals zwei Amplonianer gleichzeitig mit einem Stipendium unterstützt. Insgesamt hat Amplonius NOVUS seit 2014 (bis Ende 2017) für Stipendien 5.400 Euro gestiftet.
Das Stiftungsvermögen belief sich bis Ende 2017 auf rund 54.000 Euro, d.h. es ist seit Dezember 2013 durch diverse Zustiftungen um 4.000 Euro „gewachsen“. Auf Grund der derzeitigen Zinssituation werden Büchergeld und Stipendium nicht über Zinsgewinne finanziert, sondern hauptsächlich durch Spenden, die uns immer wieder erfreulicherweise erreichen.
Die ursprüngliche „Amplonianische Stiftung“ hat von 1412 bis 1947 gehalten, – wir hoffen natürlich, dass Amplonius NOVUS dem großen historischen Vorbild in nichts nachstehen wird …

Zum Download des Jahresberichts 2017 bitte hier klicken → Jahresbericht Amplonius NOVUS 2017

Rheinbergs Lateinschule (2)

Sonderstiftung Lateinschule Rheinberg

Es bleibt offen, ob Amplonius, der um 1365 in Rheinberg geboren wird, die Lateinschule der Stadt besuchte.

links: Unterschrift des Amplonius rechts: Schullogo

Fakt ist, daß er als Fünfzehnjähriger, also ca. 1380, ins über 130 km entfernte Soest zog, wo er eine profunde (Aus-) Bildung erhält, die für seine spätere Laufbahn grundlegend sein soll. Er besucht die Stiftschule des Patroklus-Stifts in Soest unter Heinrich von Orsoy.
Fakt ist weiterhin, daß Amplonius die Lateinschule seiner Vaterstadt im Jahre 1433 – zwei Jahre vor seinem Tod – mit einer großzügigen Spende von 300 Goldgulden nachhaltig fördert.
Die Spende ist an Auflagen gebunden, nämlich: die Lateinschule soll davon unterhalten und ein Rektor besoldet werden, der den möglichen Kandidaten der Amplonianischen Stiftung das erforderliche Rüstzeug für das Stipendium im „Collegium Porta Coeli“ und das damit verbundene Studium in Erfurt vermittelt. D.h. mit heutigen Begriffen gesprochen: die Schüler der Lateinschule sollen durch den qualifizierten und zielführenden Unterricht an ihrer Bildungsanstalt die Hochschulreife erlangen und fit gemacht werden für den Einstiegt in die akademische Welt. Dies ist individuelle Förderung schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts!
Am 20. April 1433 bekennen sich Rheinbergs Stadtvordere zur Amplonianischen Bildungsoffensive und geloben ihr immerwährende Unterstützung. Bürgermeister und Stadtrat geloben dem „Ersame Her Amplonius Ratinck van Berke in den vryen kunsten Meister ind der kunsten van arztedyen Doctoir onse medeburger“, sich „allewege tot ewigen tyden eynen schoel-meyster halden onse kinder to leeren in kunsten ind seden, willich schoelmeister sal syn eyn meister in den vryen kunsten, ein waill geleert meister und erber van leven van der hogen scholen van Erfforde ind van den Collegio vorschreven.“

Rheinberger Schulen im Umfeld von St. Peter. Auf diesem alten Lageplan aus dem Jahre 1912 liegt die alte Lateinschule rechts vom Durchgang zwischen Markt und Kirche und wird hier als „alte Knabenschule“ bezeichnet. (Der Lageplan stammt aus dem Stadtarchiv Rheinberg und wurde dem Amplonius-Gymnasium zur Festschrift „100 Jahre lebendige Schule“ 2003 zur Verfügung gestellt.)

In Rheinberg ist seitdem (und bis in die Gegenwart) eine gute weiterführende Höhere Schule angesiedelt – 150 Jahre vor der Gründung des Adolfinums im nahen Moers! Diese Höhere Schule kooperiert erfolgreich mit einer hervorragenden Universität und einer anerkannten Studienstiftung und bietet so zahlreiche interessante Weiterbildungschancen und Aufstiegsmöglichkeiten.

Nachlese: Kunst-Kalender 2018

Der Amplonius Kunst-Kalender 2018 hat sich besser verkauft als die anderen Kalender der Stiftung in den Jahren zuvor. Insgesamt wurden allein auf dem Advent-Event des Amplonius-Gymnasiums 60 Kalender verkauft (bei einer Auflage von 100 Stück). Weitere Kalender wurden verschickt, u.a. nach Österreich, Niedersachsen, Hessen … Der Reinerlös ist als Zuwendung in die Stiftung Amplonius NOVUS geflossen.

Kalenderverkauf auf dem Advent-Event des Amplonius-Gymnasiums. Im Bild: Der Stiftungsvorsitzende Heinz Pannenbecker verkauft einen Kunstkalender an Frau Carmen Zielinski. (Aufnahme: Herr Dennis Bachmann)

Auf Grund des schönen Erfolges des Kunst-Kalenders 2018 ist daran gedacht, auch für das kommende Jahr wieder einen Amplonius-NOVUS-Kalender aufzulegen. Vielleicht mit Motiven aus der Geschichte des Amplonius-Gymnasiums??????

 

 

Rheinbergs Lateinschule (1)

Die Rheinberger Lateinschule, Vorläuferschule des heutigen Amplonius-Gymnasiums, wird erstmals 1337 urkundlich erwähnt. Das Amplonius-Gymnasium zählt damit zu Recht zu den ältesten Schulen im deutschen Sprachraum!

D.h.: Der erste uns bekannte Rektor der Lateinschule in einer langen Reihe von Schulleitern ist ein Priester namens Wiricus. (Quelle: Joseph Hubert Mooren, Nachrichten über Thomas a Kempis, Krefeld 1855, S. 29, Fußnote 4).

Anno 1366 wird ein Geistlicher aus Orsoy namens Buelmann als Rektor der Lateinschule erwähnt. Eine Urkunde von 1388 bezeichnet den Ort, an dem sich die Lateinschule befindet: an der Steege, die am Haus der Jungfer Sophia von Husen vorbeiführt.

 

Vor 115 Jahren: Gründung der Rektoratschule

Vor 115 Jahren wurde in Rheinberg die 1889 geschlossene Lateinschule wiedereröffnet. Als Rektoratschule mit 8 Schülern öffnete die Vorläuferschule des heutigen Amplonius-Gymnasiums unter der Leitung von Aloys Wittrup am 1. Oktober 1903 im Hause van Elsbergen an der Kamper Straße ihre Pforten. 25 Jahre später blickt der Schulleiter zurück auf die Geschichte seiner Schule und beruft sich dabei auch auf Amplonius de Berka, der mit seiner großartigen Stiftung als Förderer der Rheinberger Jugend gelten kann. Lesen Sie selbst (Rheinberger Zeitung vom 1. Okt. 1928):

Amplonius NOVUS & GiroCents

Bei der 7. GiroCents Spendenrunde der Sparkasse am Niederrhein sind für unsere Projekte Büchergeld und Stipendium 1.549,12 Euro zusammengekommen. Wir freuen uns sehr über diesen stattlichen Betrag und danken allen, die Amplonius NOVUS mit ihren GiroCents bedacht haben!!
Am Freitag, 1. Dezember 2017, fand die Übergabe der Spendengelder an die beteiligten Einrichtungen statt. Frau Anja Münster (Mitte) und Herr Heinz Pannenbecker (dahinter) stellten in der Runde die Arbeit von Amplonius NOVUS vor und nahmen den Betrag – symbolisch – von dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse am Niederrnein, Herrn Giovanni Malaponti (links), in Empfang.

Den Artikel aus dem „Sparkassen Kurier“ finden Sie hier: 2017-12-04 Sparkassenkurier_GiroCents für sechs Ehrenamts-Projekte

 

Dezember 2017

Das Kalenderblatt für den Dezember anno 2017: UB Erfurt, Dep. Erf. CA. 2° 378. Schum: „Optimus liber de phisonomia (ex scriptis Loxi medici, Aristotelis philosophi, Palaemonis declamatoris conflatus) et puto eum esse Ursonis“. Die Initiale E stellt ein verschlungenes Kriechtier dar. Der ca. 1300 geschriebene Text beginnt: „Ex tribus auctoribus quorum libros pre manu habui, Loxi medici, Aristotelis philosophi, Palemonis declamatoris, qui de physiognomia scripserunt, ea elegi …”.

Die Erläuterungen zu allen Blättern unseres Kalenders für das Jahr 2017 finden Sie als PDF-Datei hier: Kalender 2017 – Erläuterungen zu einzelnen Kalenderblättern

 

Kritik am Umgang mit der „Marke“ Amplonius

Rheinische Post vom 10. November 2017:

Heinz Pannenbecker                    FOTO: Nicole Maibusch

Rheinberg. Heinz Pannenbecker, Vorsitzender der Amplonius-Novus-Stiftung, hat sich beim Deutschen Patent- und Markenamt die Namensrechte an „Amplonius“ gesichert. Er will eine „Verramschung“ vermeiden.   Von Nicole Maibusch

Fast sechs Jahrhunderte hat Amplonius Rating de Berka in Frieden ruhen können, bis jüngst ein Zwist über den Umgang mit dem Erbe von Rheinbergs bedeutendstem Sohn entbrannte. „Im Jahr 2012 hat die Amplonianische Stiftung und Bibliothek 600. Jubiläum gefeiert. Damals hat kaum jemand Notiz davon genommen“, erinnert sich Heinz Pannenbecker, Vorsitzender der Amplonius-Novus-Stiftung und ehemaliger Direktor des Amplonius-Gymnasiums. Plötzlich heißt es nun immer häufiger: Wir sind Amplonius.

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