1. Mai 1412: Beginn der Amplonianischen Stiftung

„In nomine Domini amen. Anna a Nativitate eiusdem millesimo quingentesimo duodecimo Indictione quinta Pontificatus sanctissimi in Christo patris et dni nostri dni Johannis diuina prouidentia pape Vigesimi tertii anno secundo prima die mensis maji hora vesperorum uel quasi, in mei notarii publici subscripti et testium infra scriptorum ad hoc vocatorum et rogatorum presentia constitutis uenerabilis magister er dominus Amplonius de Berka phisicus Chori episcopus ecclesie sanctorum apostolorum Coloniens. asseruit: …“ –

„Im Namen des Herrn Amen. Im Jahre 1412 nach Geburt des Herrn, während der 5. Indiktion, im 2. Jahre des Pontifikats unseres heiligsten Vaters und Herrn in Christus, des Herrn Johannes XXIII., durch göttliche Vorsehung Papst, am 1. Tag des Monats Mai, etwa zur Stunde der Vesper, hat der ehrwürdige Herr Magister Amplonius aus Rheinberg, Arzt und Chorleiter der Kirche der Hl. Apostel zu Köln, in Gegenwart von mir, des unterschreibenden öffentlichen Notars, und der unten genannten Zeugen, die dazu gerufen und hergebeten worden sind, folgendes versichert:

Wenn er sich auch aus Liebe zum allmächtigen Gott schon lange den Plan vorgenommen und erwogen hat, zum Lob und zur Ehre des gebenedeiten göttlichen Namens von den Gütern, die ihm durch Gottes Fügung geschenkt worden sind oder geschenkt werden, an einer der privilegierten Universitäten Deutschlands ein bestimmtes Haus zu errichten und zu gründen für eine bestimmte Anzahl von geeigneten Scholaren aus dem wirklichen Gebiet der vorgenannten Hl. Kirche von Köln, damit jene dort studieren und bis zum Magistergrad in den Freien Kürsten und zum Doktorat in einer der vier übrigen Fakultäten fortschreiten sollen, und den Scholaren zu seinen und seiner Nachkommen Gunsten eine Bücherei bzw. Bibliothek einzurichten, wie sie für die genannten Fakultäten notwendig ist, so hat er, wie er sagte, dennoch aus anderen deutschen Universitäten mit privilegiertem Studium die Erfurter Universität ausgewählt und sich aus verschiedenen richtigen und verständlichen Gründen veranlaßt gesehen, sein heiliges Vorhaben gerade dort zu beginnen und mit Gottes Hilfe zu dem rechten Abschluß zu bringen. Und weil, wie er versicherte, die klugen und umsichtigen Herren Ratmeister und Ratsherren im Namen der gesamten Gemeinde Erfurt zur Vollendung des löblichen Vorhabens ebendiesem Magister Amplonius in großzügiger Weise den Himmelspforte genannten Hof zum Geschenk gemacht haben und ihn mit dem gegenwärtigen und künftigen Zubehör von Gelände, Bauwerken, Ställen und freiem wie auch unfreiem Personal, das sich dort aufhält, durch Privilegien gestützt und dem Kolleg des vorgenannten Magisters Amplonius zugewiesen haben und, wie er sagte, für ewige Zeiten überschrieben haben, hat deshalb derselbe ehrwürdige Magister Amplonius nach der ihm bestmöglichen und ordentlichsten Verfahrensweise, in voller Gesundheit des Leibes und der Seele, aus sicherem Wissen, mit Überlegung, freiwillig und aus eigenem Antrieb in einem Schenkungsakt unter Lebenden, der unwiderruflich in dem Willen zu schenken vollzogen worden ist, dem in Erfurt bei dem Hl. Michael gelegenen Kolleg, das mit gewöhnlichem Namen Himmelspforte heißt und Kolleg des Magisters Amplonius, des Arztes, genannt wird, in einem sogenannten einfachen und unwiderruflichen Schenkungsakt unter Lebenden alle Bücher jedweder Fakultät, die der vorgenannte Magister Amplonius jetzt insgesamt oder getrennt wirklich hat und als Besitz heute besitzt oder auch besitzen wird oder in Zukunft bekommen und erlangen wird, übergeben, geschenkt und gegeben und schenkt, gibt und übergibt sie ihm, indem er in dem obigen Schenkungsakt die vorgenannten in seinem Besitz befindlichen oder noch gelangenden Bücher jedweder Fakultät aus der profanen und theologischen Literatur seinem bereits genannten Kolleg, das Himmelspforte genannt wird, zum ewigen Nutzen der Scholaren und sonstigen Personen, die in ihm studieren sollen, als ihren eigenen Besitz schenkt, ohne Vorbehalt, frei und einfach und ganz zum Lob, zum Ruhme und zur Ehre des allerhöchsten Gottes, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, und seiner allerheiligsten Mutter und aller heiligen Geister, damit bei ihnen das Studium, die Tugend, die Wissenschaft und das Recht wachse, und nicht zuletzt, damit sie sie zu ihrem größten Nutzen und Vorteil immer besitzen sollen. Er behält sich kein Recht auf Eigentum oder Klage irgendwelcher Art an diesen Büchern vor und verzichtet auf die genannten Bücher und jedes einzelne von ihnen durch Gelöbnis mit der Hand, das von feierlichen Worten begleitet wird, abgelegt in meine, des unterzeichnenden Notars, Hände, der ich von dem vorgenannten Magister Amplonius im Namen des genannten Kollegs, Himmelspforte mit Namen, eigens bestimmt worden bin. Er vermacht, schenkt und gibt den Scholaren und Personen des genannten Kollegs zum ewigen Nutzen ihres Studiums über seine besagten Bücher, die ihm jetzt und künftig gehören, gemeinsam wie getrennt, die volle, ganze und unbeschränkte Verfügungsberechtigung mit allem Recht auf Eigentum und Besitz, das eben dem genannten Magister Amplonius an ebenden bereits genannten Büchern zustand, zustehen wird oder irgendwie künftig zustehen kann. Dennoch behält ebenderselbe Magister Amplonius vor allem sich und auch einigen anderen im Hinblick auf das Vorstehende die unten genannten Einschränkungen vor. Erstens während der Lebenszeit des Magisters Amplonius die unwiderrufliche Nutznießung an den genannten Büchern, die ihm als Ganzes und als Teile gehören und gehören werden; weiter, daß gewisse Verwandte von ihm, die durch Gottes Fügung dort einmal Mitglieder des Kollegs sein werden, diejenigen Bücher großzügiger benutzen können, die dort doppelt vorhanden sind, allerdings ohne Nachteil für das genannte Kolleg. Ebenso will selbiger Magister weder sich noch die Vollstrecker seines Willens durch diese Schenkung besagtem Kolleg zu Weiterem verpflichtet wissen, wenn nämlich durch ein unerwartetes Ereignis, Mißgeschick oder Schicksal die genannten Bücher ganz oder teilweise veräußert, entzogen, vernichtet oder beschädigt werden, außer daß er, soweit es an ihm liegt, nach besten Kräften und mit Eifer sowie ohne ausgeklügelte List und Betrug die Bücher aus besagter Schenkung für sein Kolleg und zu dessen Nutzen treu bewahren will . Ebenso hatte derselbe Stifter Amplonius folgenden Wunsch: Wenn jemals der Apostolische Stuhl wegen der großen Zahl der privilegierten Universitäten oder aus irgendeinem anderen Grund die Privilegien und Freiheiten besagter Universität von Erfurt widerrufen, zunichtemachen oder für ungültig erklären sollte und keine Hoffnung bestünde, derartiges im Laufe der Zeit wiederzuerlangen, so sollen die Mitglieder des genannten Kollegs die besagten Bücher unbehindert zu derjenigen Universität überführen können, zu welcher sie sich dann begeben wollen, und zwar ohne Hinderung durch den Herrn Rektor und die Herren Magister, Doktoren, Ratmeister und Ratsherren der vorgenannten Universität und Gemeinde von Erfurt oder auch durch einen anderen, der im Besitz kirchlicher oder weltlicher Macht ist, vorausgesetzt, daß kein Einspruch von irgendwelcher Seite dem entgegensteht. Damit die genannte Schenkung der Bücher wirksam werde und nicht um ihr rechtes Ende gebracht wird, hat schließlich ebenderselbe Magister Amplonius im Namen seines besagten Kollegs die ehrwürdigen und weisen Herren Rektor, Magister und Doktoren der vorgenannten Universität von Erfurt und die Ratmeister und Ratsherren dortiger Gemeinde als seine Beauftragten und Schutzherren bzw. besonderen Verwalter erwählt, indem er ihnen gemeinsam und einzeln nach der ihm bestmöglichen und wirksamsten Verfahrensweise die uneingeschränkte und volle Berechtigung erteilt hat, besagte Bücher aus genannter Schenkung nach Ablauf seiner lebenslänglichen Nutznießung zu verlangen, zu fordern, wiederzuerlangen, zu übertragen und natürlich zum Nutzen des oft genannten Kollegs und zu keinem anderen Zweck vorzuführen und zu überführen. Danach verzichtete vorgenannter Magister Amplonius auf jedes Recht und Klagerecht, auf alle Einschränkungen, Rechtsansprüche und Vorwände, die ihm an jenen Büchern oder an einem davon im Hinblick auf ihre Einbehaltung, ihren Verkauf und ihre Veräußerung zustehen oder zustehen werden, und ebenso auf alle Vorbehalte und Spitzfindigkeiten des kirchlichen und weltlichen Rechts, durch die die vorliegende fromme Schenkung auf irgendeine Weise verhindert werden könnte zu seinen Gunsten oder derjenigen seiner näheren und entfernteren Nachkommen, Verwandten, Blutsverwandten und Freunde, und ebenso zugunsten all derjenigen, die sich unter irgendeinem Vorwand mit besagter Schenkung in Verbindung bringen oder der Meinung sein könnten, es gehe dabei um ihre Rechte. Darüberhinaus setzte derselbe Magister und vorgenannte Stifter Amplonius die von ihm in erster Linie Beschenkten, nämlich besagtes Kolleg und seine gegenwärtigen und künftigen Mitglieder, und ebenso natürlich im Namen besagter Mitglieder und nicht anders den ehrwürdigen und weisen Herrn Rektor mit den Magistern und Doktoren genannter Universität von Erfurt und die Ratmeister und Ratsherren besagter Gemeinde als Beauftragte und Schutzherren der vorgenannten Schenkung in den Besitz derselben Bücher, die gesamt und einzeln geschenkt werden, und zwar so, daß die Bücher dem genannten Magister Amplonius im Namen der besagten Beschenkten ohne Nachteil fürderhin in Verwahrung gegeben werden und bei ihm unter treuem Schutz verbleiben, nicht als ihm angehörig oder als sein Besitz, sondern unter dem Rechtstitel eines hinterlegten und anvertrauten Guts. Oft genannter Stifter hat für sich und seine Nachfolger versprochen, besagte Schenkung niemals wegen Undankbarkeit oder aus irgend einem anderen Grund widerrufen zu wollen, sondern sie für immer als gültig und erwünscht unverbrüchlich einzuhalten. Er behält sich die uneingeschränkte Vollmacht vor, alles Vorstehende durch Zusätze oder Streichungen sooft abzuändern, wie es ihn gut scheint, ohne jedoch die erwähnte Schenkung jemals anzutasten. Der oft genannte Magister Amplonius bat mich, den unterschreibenden öffentlichen Notar, ihm von allem und jedem Vorstehenden soviele öffentliche Urkunden wie nötig anzufertigen.

Das wurde verhandelt zu Köln im Wohnhaus des genannten Magisters Amplonius im Bereich der oben genannten Kirche der Hl. Apostel; Jahr, Indiktion, Pontifikat, Monat, Tag, Stunde und Ort wie oben; dort anwesend waren die ehrwürdigen und vornehmen Herren Peter Rating aus Rheinberg, leiblicher Bruder des genannten Stifters und als Kanoniker Inhaber einer Pfründe an besagter Kirche der Hl. Apostel, Gerhard aus Rheinberg, Vikar an St. Maria im Kapitol, Johannes Wissen, Pastor in Lünen in besagter Kölner Diözese und Verwandter des genannten Stifters, und des Magisters Johannes von Stommeln, Presbyter in der genannten Diözese, die als glaubwürdige Zeugen für das Vorstehende eigens gerufen und hergebeten worden sind und in allen vorgenannten Punkten die erwähnte Stiftung treu bestätigen. Und ich, der oft genannte Amplonius, habe zur Beglaubigung der Wahrheit aller vorstehenden Punkte hier meine Unterschrift geleistet, weil ich jedes einzelne dessen, was oben berichtet ist, aus freiem Willen so, wie es oben steht, getan und gemacht habe. Ich Peter, der leibliche Bruder des genannten Stifters, habe hier zur Beglaubigung der Wahrheit aller vorstehenden Punkte meine Unterschrift geleistet, weil ich bei besagter Stiftung zugegen gewesen bin und sie einfach und vorbehaltlos bestätige. Und ich Gerhard aus Rheinberg, Verwandter des besagten Stifters, habe hier zur Beglaubigung der Wahrheit aller vorstehenden Punkte meine Unterschrift geleistet, weil ich als Zeuge bei allem oben Verhandelten anwesend war und der oft genannten Stiftung treu zustimme. Und ich Johannes Wissen, Verwandter des besagten Magisters und Stifters Amplonius, habe hier zur Beglaubigung aller vorstehenden Punkte meine Unterschrift geleistet, weil ich bei allem Vorstehenden als Zeuge anwesend war und besagte Stiftung gänzlich bestätige. Und ich Johannes von Stommeln, Magister in den Freien Künsten und Presbyter der Kölner Diözese, habe hier zur Beglaubigung der Wahrheit meine Unterschrift geleistet, weil ich als Zeuge bei allem oben Verhandelten zugegen war. Und ich Hartung Pletzichen von Rodenberg, Kleriker der Mainzer Diözese und kraft kaiserlicher Vollmacht öffentlicher Notar, habe, weil ich bei der Schenkung, Übergabe, dem Verzicht und der Aufkündigung, dem Gelöbnis und der Bestätigung des Besitzes dieser Bücher und der Benennung von beauftragten Schutzherren und der Wahl und Einsetzung von Bevollmächtigten sowie bei jedem anderen der vorstehenden Punkte zusammen mit den vorgenannten Zeugen anwesend gewesen bin, während es so, wie oben steht, verhandelt wurde und vor sich ging, und weil ich gesehen und gehört habe, daß es so, wie oben steht, vor sich gegangen ist, habe deshalb daraufhin diese vorliegende öffentliche Urkunde angefertigt, mit eigener Hand geschrieben, in diese öffentliche Form gebracht und hier mit meinem gewohnten Siegel und Namen unterzeichnet, zusammen mit den Unterschriften der genannten Herren und Magister, des Stifters Amplonius, besagten Stifters leiblichen Bruders Peter, der Verwandten des genannten Magisters und Stifters Amplonius Gerhard von Rheinberg und Johannes Wissen, und des Johannes von Stommeln, Magister in den Freien Künsten, und habe sie, darum gebeten und ersucht, zur Beglaubigung und zum Zeugnis aller einzelnen vorstehenden Punkte mit meinem Siegel versehen.“

Frohe Ostern 2021!

Amplonius NOVUS wünscht allen Freundinnen und Freunden der Stiftung ein FROHES OSTERFEST 2021 … und bleiben Sie uns gewogen! Denn auch und gerade in der Pandemie gilt: Studierende benötigen unsere Unterstützung.

April 2021


CA 4° 185: Practica cyrurgice (!) de cauteriis et seconibus. Die Handschrift datiert aus der Zeit des Übergangs vom 13. zum 14. Jahrhundert und ist evtl. italienischer Herkunft. Schum, aaO, S. 444, kommentiert die Abbildungen: „… in Wasserfarben gemalte menschliche Figuren zur Darstellung der einzelnen Kurmethoden in verschiedenen Krankheiten.“ Die hier dargestellten Krankheiten sind Magenerkrankung, Rippenfellentzündung, Zahnschmerzen und Erkrankung der Leber. Die Behandlung erfolgt durch Kauterisation, d.h. durch Zerstörung des betr. Gewebes durch Brennen mit einem Brenneisen oder Ätzmittel.

Amplonius beschäftigt sich schon vor Beginn seines Medizinstudiums intensiv mit dem Fach. Davon zeugt die Anschaffung einer großformatigen Avicenna-Handschrift im Jahr 1384 und das Geschenk eines gewissen Nycolaus ab Austria im Jahr 1385 in Form einer Sammlung grundlegender medizinischer Schultexte (CA. 8° 62b).

In Prag beginnt er sein Medizinstudium, das er 1391 an der Kölner Universität fortsetzt. 1392 wird die Universität Erfurt als fünfte Universität im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation eröffnet. Ostern 1392 läßt sich Amplonius als Magister der Artes und Bakkalar der Medizin in die erste Matrikel der Erfurter Universität einschreiben. Bereits 1393 wird Amplonius der erste Doktor der Medizin an der neuen Erfurter Universität. Vom 5. Mai 1394 bis zum 31. Januar 1395 bekleidet er als zweiter das Amt des Rektors an der Hierana.[1] Gleichzeitig praktiziert er in Erfurt auch als Arzt, wie eine eigenhändige Notiz in den medizinischen Schriften seiner Bibliothek belegt:

Amplonius notiert: Am 4. September 1393 sei er zu einem Achtjährigen gerufen worden, dessen „ganzer Körper“ angeschwollen war. Beim Pflanzensammeln hatte er einen kleinen Wurm verzehrt. Diesem Knaben habe er starken, aromatischen Wein über Hals und Brustkorb gegossen, „zum Schutz des Herzens“. Dann habe er ihm von diesem Wein eingeflößt, „damit eine Blähung entstehe“. Das half! Das Kind sei „sofort allein durch die Kraft Gottes“ vom Leiden befreit gewesen, – wie Amplonius als frommer Christ und nach dem Verständnis damaliger Medizin glaubt.

Diese Notiz findet sich im Codes CA 2° 236, Bl. 177-183‘; sie lautet wortgetreu: „Anno 1393 die 4. Septembris erat puer octennis Erphordie ab Amplonio visus, qui inflatus fuit mirabiliter per totum corpus ex comestione vermiculi ventris in collectione sandicis, et iussi ei amministrari tyriacam magnam cum vino aromatico sublimato et invergi collum et thoracem eius ad preservanda cordialia et dedi ei I suppositorium, ut ventositas evanesceret, et statim virtute Dei solius liberatus erat.”[2]

1399 finden wir Amplonius in Köln wieder, wo er an der Universität lehrt und auch das Amt des Rektors ausübt. Im Mai 1401 wird es Leibarzt des Kölner Erzbischofs Friedrich III. von Saarwerden (bis zu dessen Tod 1414). 1416 verlegt Amplonius seinen Wohnsitz nach Mainz. Er ist Dekan (d.h. wirtschaftlicher Leiter) der Stiftskirche St. Victor in Mainz und Leibarzt des Mainzer Erzbischofs Johann II. von Nassau bis zu dessen Tod 1419.[3]

Aus der Mainzer Zeit existiert ein von Amplonius stammender „Gewürztraktat“, den er für die junge Markgräfin Margarethe von Baden, die seit März 1418 mit Graf Adolf von Nassau verheiratet ist, anfertigt.[4] Darin werden exotische und somit teure Gewürze und ihre Anwendung bei unterschiedlichen Beschwerden beschrieben. Der Anfang dieses Textes lautet: „Dis ist die arczenie die meyster Appolonius gap zu guden iare / lare der edeln grewen grauff Adolffs wibe, vmme liepenes des ersam in gott vatter vnd herren, herren Johans von Nassen erczbischoffs zu Mencz, des arczts der abegenantis meyster Appolonius was …“„Dies ist die Arznei, die Meister Appolonius [i.e. Amplonius] der hochgeborenen Frau Gräfin, der Gattin des Grafen Adolf gab [übers Jahr?, zu nützlichen Lehren?], wegen der Liebe des Ehrenwerten zum Gottvater und Herren, Herrn Johannes von Nassau, Erzbischof von Mainz, dessen Arzt der vorgenannte Meister Appolonius war.“

Bezüglich seiner ärztlichen Tätigkeit in Mainz zieht Frau Dr. Pfeil den Schluß, daß Amplonius der Markgräfin nicht nur den „Gewürztraktat“ schreibt, sondern ihr darüber hinaus auch bei ihren Schwangerschaften als Arzt beisteht, wobei sie alle Geburten überlebt und auch ihre Kinder die damals kritische Säuglingszeit überstehen, was wiederum für die Qualitäten Amplonius‘ als Arzt spricht.[5]

1423 kehrt Amplonius nach Köln zurück und wird Leibarzt des Kölner Erzbischofs Dietrich II. von Moers (bis mindestens 1430). Er stirbt um den 15. April 1435 in St. Aposteln zu Köln.


[1] Hierana = die an der Gera Liegende. Dies ist die landläufige Benennung der von 1392 bis 1816 bestehenden alten Erfurter Universität. Der Name bezieht sich auf den Erfurt durchquerenden Fluss Gera (lat.: hiera), an dessen Ufern die Einrichtungen der Universität liegen.

[2] zitiert nach Schum, aaO, S. 147

[3] Johann von Nassau ist gleichzeitig Kanzler der Erfurter Universität.

[4] Siehe Pfeil, doctor in medicina, S. 2 ff

[5] Vgl. Pfeil, doctor in medicina, S. 4

März 2021

CA 2° 32, Bl. 74-78: Liber Averroys commentatoris de phisonomia (Averroes: Liber physionomiae). Anfang eines naturphilosophischen Kommentars von Averroes zu Aristoteles. Der Text beginnt mit den Worten: „Elegantius est nature cognitio que per exteriores formas interiores inuestigat qualitates …” Die Handschrift stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. In der Miniatur ist ein Lehrer im Diskurs mit seinem Schüler dargestellt.

Averroes, so der latinisierte Name für Abū l-Walīd Muhammad ibn Ahmad Ibn Ruschd, kurz Ibn Ruschd, wird 1126 in al-Andalus (Andalusien), in Córdoba, der Hauptstadt des gleichnamigen Kalifats und damals eine der größten Städte der bekannten Welt, geboren. Der Arzt, Jurist und Philosoph verfaßt Kommentare zu fast allen Schriften des Aristoteles, weswegen er im Mittelalter oft einfach nur „der Kammentator“ genannt wird (wohingegen Aristoteles als „der Philosoph“ bezeichnet wird).

Aristoteles als die Autorität des spätmittelalterlichen Geisteslebens nimmt mit seinen eigenen Werken in der Amploniana zum Teil in sehr aufwendigen Ausfertigungen einen großen Raum ein, ebenso wie die sog. „pseudo-aristotelischen“ Schriften (z.B. CA. 2° 263) und die in Latein abgefaßten Kommentare von Averroes. Amplonius besitzt mehr als 650 Einzelschriften von oder über Aristoteles.

Von Averroes liegen auch medizinische Schriften vor. Sein Hauptwerk zur Heilkunde, eine medizinische Enzyklopädie mit dem lat. Titel Liber universalis de medicina, hat die abendländische Medizin entscheidend beeinflußt. Hier befaßt sich der arabische Arzt mit den Themenbereichen Anatomie, Hygiene, Pathologie, Physiologie, Therapeutik etc. und ist für seine mittelalterlichen Nachfolger ausgesprochen wichtig.

Februar 2021

CA 4° 194 Bl. 65 ff: Das Pestgutachten der medizinischen Fakultät der Universität Paris: „Tractatus de epidimia (a. 1349 a facultate medica Parisiensi editus“). Der Text beginnt wie folgt: „Visis effectibus quorum causa latet etiam ingeniosissimos intellectus mens humana in admirationem deducitur, et cum ei insit apprehensionis boni verique innata cupido, nam omnia bonum appetunt et scire desiderant, ut patet per philosophum euidenter. …“ – Vgl. Paasch, aaO, S. 175.

Auch unser Magister Amplonius de Berka setzt sich mit der verheerenden Pest-Epidemie auseinander, studiert Pesttraktate, die er in seiner Bibliothek sammelt, und schreibt höchstselbst ein „Regimen contra pestilenciam“. Der Mediziner ist höchst besorgt, — um seine Patienten und Mitmenschen und natürlich um seine Kollegiaten in Erfurt. Denn die epydimia ist auch eine Gefahr für das Collegium Amplonianum, für die dort studierenden jungen Akademiker und letztendlich auch für die überaus wertvolle Bibliothek. Folglich weist der Stifter seine Stipendiaten im Dezember 1433 in den Statuten des Kollegs an, bei einem Ausbruch der Pest die „Himmelspforte“ zu verlassen, und zwar „cito, longe et tarde“.

Er befiehlt, daß die Bibliothek geschlossen werden muß (die Schlüssel sind beim Erfurter Rat abzugeben) und alle Personen an Orte zu gehen haben, an denen keine Pest herrscht. Amplonius fordert: „fuge cito de loco pestilenciali ad locum non pestilencialem longe et tarde redibis”.

Was rät Doktor Amplonius, um nicht an der Pest zu erkranken und zu sterben? Er sagt, man soll Abstand halten von „zw vill lewtten“ (von zu vielen Leuten), möglichst keine fremden Wohnstuben und Häuser besuchen, da hier ein großes Potential für gegenseitige Ansteckung besteht und keine Badehäuser („patstuben“) frequentieren. Weiterhin soll man regelmäßig gewisse Hygienemaßnahmen durchführen, z.B. morgens und abends seine Kammer mit einem Gemisch aus Wacholder, Lorbeer und Wermut („kranwitper, lorber und wermut“) ausräuchern und selbst diesen Rauch intensiv inhalieren („zeuch den ruckh in dich mit grossem vleiß“). Außerdem soll man Hände und Gesicht oft mit Wasser oder Essig reinigen („Man sol hent und antlitz offt waschen mit wasser oder mit essich“), wobei man sich – so wird schon vorher gesagt – vor „rohem wasser“ hüten soll, was nichts anderes heißt, als daß man das Wasser abkochen soll. Außerdem soll man gewisse Ernährungsmaßregeln befolgen, also beispielsweise Walnüße mit einem Schluck Wein zu sich nehmen („guet walisch nuß; und thue dar auff ein guetten trunckh wein“), bevor man seine Kammer verläßt, und allen Speisen Essig hinzufügen („und in all dein speiß thue essich“).

Und als Quintessenz aller Ratschläge fordert „meyster Apollonius“, man solle stets züchtig und fröhlich sein, um das Blut in seiner vollständigen Kraft zu erhalten: „allzeit in zuchten frolich, so wehaltes dw das pluet in seiner krafft.“

Januar 2021

Jeden Monat präsentieren wir hier anhand privater Aufnahmen unterschiedliche Details aus Büchern der Bibliotheca Amploniana, die Amplonius am 1. Mai 1412 dem von ihm gegründeten Collegium Amplonianum „für ewige Zeiten“ („perpetuis temporibus“) vermachte. Unter den Kalenderblättern finden Sie eine kurze Einordnung der einzelnen Blätter des Kalenders in den Kontext der Bibliotheca Amploniana.

Aus dem „Catalogus librorum“, dem eigenhändig geschriebenen Bücherverzeichnis des Amplonius. Beginn des Kapitels zu den medizinischen Büchern: „De medicina“. Amplonius besitzt in der Medizin 101 Codices mit insgesamt über 800 Einzelwerken. Es sind dies Schriften unterschiedlichster Herkunft, alle wichtig und notwendig für ein Medizinstudium zu jener Zeit. Wir finden in seiner Sammlung Werke antiker, jüdischer, arabischer und abendländischer Herkunft.

Die medizinischen Schriften der Bibliotheca Amploniana sind ein MUSS für alle Erfurter Medizinstudenten. In den Statuten des Collegium Amplonianum aus dem Jahr 1433 weist Amplonius seine Kollegiaten an, welche Schriften sie studieren sollten:

XXIV. Item statuo quod magister talis ut premittitur studebit artem commentattam Hippocratis et Galeni amphorismos et notabilia commentorum diligenter incorporando, si ad medicinam iste talis se contulerit; preterea primum canones Auicenne Almansorium Rasis colliget Aueronis viaticum Constantini cum commento Giraldi et Ysaac de vrinis, et per mensem tempore verno frequenter sit in apothecis discendo conficere clisteria suppositoria nastalia pessaria syropos et similia sibi necessaria et confectiones, antequam fiat baccalarius in dicta facultate medicine.

Wie im gesamten catalogus librorum üblich, folgt der Überschrift mit der Fachbenennung und dem Besitzvermerk der erste Band, beginnend mit der Zahlenangabe „primo“. Alle folgenden Codices beginnen mit „item“ – „ebenfalls“.

Die in einem Codex zusammengefaßten Schriften sind mit einer Klammer links vom Text verbunden, wobei die in der Mitte der Klammer stehende Zahl (durch das hochgestellte „m“ als Ordnungszahl ausgewiesen) die fortlaufende Numerierung des Bandes in der Abteilung darstellt.

Manche Codices sind mehrfach vorhanden. So ist der persische Arzt und Naturwissenschaftler Ibn Sina, latinisiert Avicenna, gleich mit 17 Kopien seines Kanons der Medizin in der amplonianischen Bibliothek vertreten. Bereits 1384 kauft Amplonius für den damals enormen Preis von 6 rheinischen Gulden von Tilmann von Siegburg, Leibarzt des Kölner Erzbischofs, eine großformatige Avicenna-Handschrift.

Und er liest bzw. studiert die gesammelten Schriften auch! Darüber gibt eine von Amplonius selbst geschriebene Notiz Auskunft, in der er festhält, daß er den gesamten „Canon“ des Avicenna (CA. 2° 252) einen ganzen Sommer hindurch vom 31. Mai bis zum Martinstag 1422 gründlich studiert hat: „Ego Amplonius hunc librum perlegi studiose a principio ad finem a. 1422 in estate a festo pasche usque ad Martini festum.“

Weiterhin enthält die Bibliotheca Amploniana medizinische Werke u.a. von Rhazes, Averroes, die Apho-rismen des Hippokrates, ein Kommentar Galens zu Hippokrates und Schriften des Constantinus Africanus.

Amplonius-Kalender 2021

Jedes Zeitalter hat seine Seuche. Was aktuell das Coronavirus SARS-CoV-2 für den heutigen Menschen ist, war für das Mittelalter die Pest (lateinisch pestilentia). Auch unser Magister Amplonius de Berka (ca. 1365-1435) setzte sich mit den verheerenden Pest-Epidemien auseinander, studierte Pesttraktate, die er in seiner Bibliothek sammelte, schrieb höchstselbst ein „Regimen contra pestilenciam“ und gab darin u.a. die Anweisung, Abstand zu halten von „zw vill lewtten“ (von zu vielen Leuten), möglichst keine fremden Wohnstuben und Häuser zu besuchen, da hier ein großes Potential für gegenseitige Ansteckung besteht, und „man sol hent und antlitz offt waschen mit wasser oder mit essich …“

Detail aus dem Kalenderblatt für März 2021

Amplonius NOVUS, die Studienstiftung für das Amplonius-Gymnasium, hat traditionsgemäß auch für das kommende Jahr 2021 einen Kalender aufgelegt. Aber in den Zeiten der Corona-Pandemie wollen auch wir – wie Amplonius es rät – Abstand halten von „zw vill lewtten“. Wir werden unseren Kalender deshalb nicht als gedrucktes Exemplar im Gymnasium verkaufen, sondern stellen ihn als PDF-Datei online hier auf der Homepage der Stiftung zum Herunterladen zur Verfügung. Gleichzeitig bieten wir eine weitere Datei zum Download an, die Erläuterungen gibt zu den einzelnen Kalenderblättern und sie ein wenig in den Zusammenhang der Bibliothek einzuordnen versucht.

Unter dem Titel „Isti sunt libri, quos ego Amplonius Ratinck de Berka habeo …“ zeigen wir – wie schon in den Jahren 2017 und 2020 – auch für 2021 jeden Monat ein neues Schmuckblatt aus der Bibliotheca Amploniana, der großen privaten Büchersammlung des Rheinberger Magisters und Mediziners Amplonius.

Wir beginnen mit einem Einblick in den um 1410/12 von Amplonius mit eigener Hand geschriebenen Bücherkatalog (catalogus librorum), in dem er alle seine Bücher aufgelistet hat. Das Februarblatt zeigt eine Abschrift des Pestgutachtens der medizinischen Fakultät der Universität Paris von 1348. Im Mai 2021 werfen wir einen Blick auf die Stiftungsurkunde vom 1.5.1412 zur Gründung des Collegium Amplonianum in Erfurt. Es folgen mehrere medizinische Schriften aus der Amploniana, eine Euklid-Bearbeitung, Aphorismen des Hippokrates, Thomas von Aquin Questiones de veritate, Wilhelm von Auvergne Über Tugenden und Laster und schließlich im Dezember 2021 ein Handschriften-Blatt zu den Sprüchen Salomos.

Detail aus dem Kalenderblatt für September 2021

Sowohl der Kalender als auch die dazugehörigen Erläuterungen können kostenlos von der Stiftungshomepage heruntergeladen werden. Wir wären jedoch sehr dankbar, wenn Nutzer die Arbeit der Stiftung mit einer Spende unterstützen würden. Unsere Bankverbindung bei der Sparkasse am Niederrhein lautet: IBAN DE40 3545 0000 1101 0368 44.

Seit 2013 ist Amplonius NOVUS für Absolventen des Amplonius-Gymnasiums tätig und unterstützt talentierte Amplonianerinnen und Amplonianer bei ihrem Studium. Jede Zuwendung kommt direkt bei den Amplonianerinnen und Amplonianern an!

Bis heute wurden 37 Abiturientinnen und Abiturienten bei ihrem Eintritt in ein Hochschulstudium durch ein Büchergeld zur Anschaffung von Erstliteratur unterstützt. Dafür hat die Stiftung bislang 3.000 Euro „in die Hand genommen“. Seit 2014 werden Studentinnen und Studenten mit einem monatlichen Lebenshaltungszuschuß von 100 Euro unterstützt. Augenblicklich hat die Stiftung drei Stipendiaten; bislang wurden über 14.000 Euro an Stipendien ausgezahlt.

Wir hoffen, im nächsten Jahr für 2022 wieder einen gedruckten Amplonius-Kalender vorlegen zu können – bis dahin aber halten wir Abstand von „zw vill lewtten“.

Der Arzt Amplonius de Berka und die Pest

Jedes Zeitalter hat seine Seuche. Was aktuell das Coronavirus SARS-CoV-2 für den heutigen Menschen ist, war für das Mittelalter die Pestilenz (lat.: pestilentia). Natürlich hat sich auch Amplonius als Arzt mit der Seuche beschäftigt und es gibt Zeugnisse von ihm, wie damit umgegangen werden sollte.

Zunächst einmal hat er Literatur zur Pest gesammelt und studiert. In der Bibliotheca Amploniana gibt es nicht nur eine Kopie des Pestgutachtens der medizinischen Fakultät der Universität Paris (CA 4° 194), sondern auch weitere Pestschriften und –traktate von Medizinern der damaligen Epoche.

Von Amplonius selbst gibt es dann im Dezember 1433 Ratschläge für den Umgang mit der Pest in den Statuten seines Collegium Amplonianum. Bei einem Ausbruch der Pest, so fordert er seine Collegiaten auf, sei die „Himmelspforte“ zu verlassen, und zwar „cito, longe et tarde“.

In verschiedenen Bibliotheken existieren Pestschriften eines „hoch gelerte[n] Doctor der arzneij appolonij Maijntz“ bzw. eines „Apollonius de Colonia“. Daß es sich hierbei um unseren Amplonius Ratingk de Berka handelt, ist mehr als wahrscheinlich. Hat Amplonius probate Mittel gegen die Seuche gefunden? …

Lesen Sie dazu hier mehr:

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB), Codex Cod. Guelf. 429 Helmst. I II, Blatt 66r (Ausschnitt)


Abbildung oben: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB), Codex Cod. Guelf. 429 Helmst. I II, Blatt 66r (Ausschnitt): „Recepta contra pestilentiam“.

Amplonius-Stipendiaten

Will man Bildung fördern – das wußte schon der „Ersame Herr Amplonius Ratinck van Berke“ – dann muss man Geld in die Hand nehmen. Und deshalb stiftete er 1412 nicht nur seine große Privatbibliothek an das von ihm gegründete Studienkolleg „Zur Himmelspforte“, sondern spendierte dieser Bildungseinrichtung auch noch ein Grundkapital von 2.400 Goldgulden zur Versorgung und Förderung von Studenten (u.a. aus seiner Geburtsstadt Rheinberg).

In der Nachfolge des mittelalterlichen Gelehrten fördert die Studienstiftung Amplonius NOVUS Absolventinnen und Absolventen des Amplonius-Gymnasiums Rheinberg an der Schwelle zur Universität und im Verlauf ihres Hochschulstudiums.

Seit der Neugründung der amplonianischen Stiftung im Jahr 2013 hat Amplonius NOVUS insgesamt über 13.000 Euro für die Bildung Rheinberger Gymnasiasten gestiftet: 10.800 Euro für Stipendien als Lebenshaltungszuschüsse im Studium und 2.500 Euro als sog. Büchergeld zur Literaturbeschaffung beim Einstieg in die Universität.

Am vergangenen Mittwoch hat der Stiftungsvorstand beschlossen, für das kommende Studienjahr zwei Erstsemester aus Rheinberg und einen fortgeschrittenen Studenten kurz vor dem Studienabschluss durch Stipendien zu fördern.

Drei Stipendiaten also für Amplonius NOVUS, d.h. einer/eine mehr als bisher! Wer wird von der Rheinberger Stiftung gefördert?

Man muss am Amplonius-Gymnasium sein Abitur abgelegt haben – und zwar mit einem überdurchschnittlich guten Notendurchschnitt, man muss von einer Lehrkraft der Schule empfohlen werden und man muss während der Schulzeit ein besonderes gesellschaftliches Engagement an den Tag gelegt haben.

Von den neuen Amplonius-Stipendiaten studieren zwei im Fachbereich Medizin (wir erinnern uns: auch Amplonius studierte, lehrte und praktizierte als „ind der kunsten van artzedyen Doctoir“) und eine Stipendiatin bestreitet ein Lehramtsstudium.

Der Stiftungsvorstand freut sich, dieses Mal gleich drei jungen Amplonianerinnen und Amplonianern fördernd zur Seite stehen zu können. Noch größer wäre die Freude, wenn die Arbeit der Stiftung durch weitere Spenden Unterstützung erfahren würde. Die Bankverbindung von Amplonius NOVUS (IBAN) lautet: DE40 3545 0000 1101 0368 44 (Sparkasse am Niederrhein). Jeder Geldbetrag, ob groß oder klein, hilft, die Arbeit der Stiftung zu unterstützen, d.h. junge Rheinbergerinnen und Rheinberger im Studium zu fördern.

Zum Beitragsbild: Ausschnitt aus der Stiftungsurkunde von 1412