Kalender 2019

Tut uns leid, aber für 2019 hat Amplonius NOVUS keinen Kunstkalender mit farbenprächtigen Schülerarbeiten aufgelegt! Sorry.
Stattdessen gibt es einen Kalender, der sich mit dem Amplonius-Gymnasium beschäftigt und mehr oder weniger historische Photos der Schule präsentiert: „Rückblicke aufs Amplonius“.
Da ist das kleine, neue Schulhaus aus dem Jahr 1951 zu sehen … und man weiß, da kommt noch einiges dazu. Auch das ständige Wachsen der Schule wird auf Photos dokumentiert – die Schulgebäude um 1960, der naturwissenschaftliche Neubau, der Schulhof …

 

 

 

 

 

 

 

Da ist der Abschied von Dr. Aloys Wittrup von seiner Schule und seinen Schülern im Bild festgehalten (31.04.1939) und wenige Kalenderblätter weiter erscheint die Schülerschaft des Amplonius-Gymnasiums anno 2005 … und man weiß, damals hatte die Schule um die 130 Schüler und viel später über 1.000 !

Und überhaupt die Schülerinnen und Schüler: Gezeigt werden die ersten Abiturjahrgänge von 1960 bis 1965, der Beginn der Schulpartnerschaft mit Montreuil sur Mer … und vielleicht erkennt sich der eine oder die andere ja noch wieder. Lehrerinnen und Lehrer kommen auch hier und da mal auf den Ablichtungen vor.

Also: Eine kleine, feine amplonianische Retrospektive in 12 Photographien. Für alle Freundinnen und Freunde der Schule und der Stiftung Amplonius NOVUS. Für alle, die sich für Rheinberger Schulgeschichte interessieren …
Was bleibt noch zu sagen? Ach ja, der Preis. 5 EUR für 15 Seiten schweren Papiers im Format DIN A4, geleimt und gelocht, und interessant bedruckt – ein Angebot, das man nicht ablehnen sollte.

 

 

 

 

 

 

Stipendien 2018-2019

Am 4. September 2018 hat der Vorstand der Studienstiftung Amplonius NOVUS getagt. Neben anderen Tagesordnungspunkten standen die Anträge der beiden Stipendiaten der Stiftung auf der Agenda.
Beide Stipendiaten (Medizin in Köln und Elektrotechnik in Aachen) hatten einen umfangreichen und interessanten Jahresbericht vorgelegt.
Der Vorstand hat einstimmig beschlossen, die beiden Stipendien – monatlich je 100 EUR – für ein weiteres Jahr zu verlängern.

Büchergeld 2018

Pressemitteilung vom 5. Juli 2018:

„Fünf Abiturientinnen und Abiturienten des Amplonius-Gymnasiums erhalten am Freitag anlässlich der feierlichen Ausgabe der Abiturzeugnisse aus den Händen von Frau Anja Münster, Vorstandsmitglied der Studienstiftung Amplonius NOVUS, ein Büchergeld als Anerkennung für ihre guten Leistungen am Abschluss ihrer Schullaufbahn.
Die zwei Jahrgangsbesten dürfen sich über je 100 Euro freuen, die drei Nächstplatzierten werden mit je 50 Euro ausgezeichnet. Das Geld soll dazu dienen, den Start ins Studium zu erleichtern und beim Kauf von notwendigen Büchern für das jeweilige Studienfach ein klein wenig Hilfestellung zu leisten.
Damit knüpft die Stiftung Amplonius NOVUS an das Wirken des großen Sohnes der Stadt Rheinberg, Amplonius Ratingk de Berka (geb. um 1365 – gest. 1435), an und bewahrt sein Vermächtnis durch konkrete Maßnahmen auf wirkungsvolle Weise. Denn wie Amplonius durch sein „Collegium Porta Coeli“ („Kollegium zur Himmelspforte“) die Bildung und das Studium zahlreicher Rheinberger erfolgreich gefördert hat, so hat sich auch die Nachfolge-Stiftung Amplonius NOVUS zum Ziel gesetzt, Absolventinnen und Absolventen des Gymnasiums, das den Namen des Rheinberger Mäzens trägt, zu fördern und im Studium zu unterstützen.
Mit den diesjährigen fünf Preisträgern werden bereits insgesamt 27 Abiturientinnen und Abiturienten durch ein Büchergeld ausgezeichnet und gefördert. Daneben vergibt die Stiftung Amplonius NOVUS auch an Rheinberger Studenten Stipendien für ein Jahr. Momentan werden zwei Amplonianer durch jeweils 100 Euro pro Monat unterstützt. Zum Oktober 2018 können sich Interessierte für ein Jahresstipendium neu bewerben. Informationen dazu finden sich auf der Stiftungs-Homepage (www.amplonius-novus.de).
Wegen der aktuellen Zinssituation ist Amplonius NOVUS auf großzügige Spenden angewiesen, um die von Amplonius de Berka vor über 600 Jahren begonnene Tradition der Förderung Rheinberger Studenten fortzusetzen. Wer sich in den Kreis der Stifter und Förderer einreihen möchte, wende sich bitte an den Stiftungsvorsitzenden Heinz Pannenbecker (Mail-Adresse: amplonius-novus@t-online.de). Die Schulleitung des Amplonius-Gymnasiums hilft hier ebenfalls gern weiter.“

Antrag für ein Stipendium

Für ein Stipendium von Amplonius NOVUS für das Studienjahr 2018/2019 sollten die erforderlichen Antragsunterlagen bis spätestens 1. Sept. 2018 per eMail eingereicht werden. Die eMail-Adresse lautet: amplonius-novus@t-online.de
Über die eingegangenen Anträge berät und entscheidet der Vorstand der Studienstiftung Anfang September 2018. Das Antragsformular für ein Stipendium von Amplonius NOVUS befindet sich in unserem Download-Bereich.

1. Mai 1412: Beginn der Amplonianischen Stiftung

Im Namen des Herrn Amen. Im Jahre 1412 nach Geburt des Herrn, während der 5. Indiktion, im 2. Jahre des Pontifikats unseres heiligsten Vaters und Herrn in Christus, des Herrn Johannes XXIII., durch göttliche Vorsehung Papst, am 1. Tag des Monats Mai, etwa zur Stunde der Vesper, hat der ehrwürdige Herr Magister Amplonius aus Rheinberg, Arzt und Chorleiter der Kirche der Hl. Apostel zu Köln, in Gegenwart von mir, des unterschreibenden öffentlichen Notars, und der unten genannten Zeugen, die dazu gerufen und hergebeten worden sind, folgendes versichert:

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Rheinbergs Lateinschule (4)

1554 Die Stadtrechnung belegt: der „Rector scholarium“ wird durch den Magistrat der Stadt Rheinberg besoldet.
1576 Schulordnung für Rheinberg, vereinbart zwischen dem Rat der Stadt Rheinberg und dem Rektor Cornelius Berntz genannt Kempelmann: „Weil bei einer guten und ehrbaren Disziplin nicht allein die Studien der Jugend zur Hoffnung berechtigen, die Künste blühen und das Gemeinwohl sich zur ‚höchsten Gloir’ entwickeln, so entsteht aus dem Gegenteil Verderben und Untergang, …“

Wahrscheinlich älteste bekannte Ansicht von Rheinberg – Zeichnung 1560/65; aus: Rolf Kirmse, „Alt-Rheinberg in Abbildungen und Plänen“, in: Kreis Moers Jahrbuch 1974, Moers 1973, S. 7

ca. 1580 Cornelius Tectonurgus (eigentl. als Cornelus Bernhardi aus Rheinberg 1559 in der „Himmelspforte“ zu Erfurt als Kollegiat eingeschrieben) ist Rektor der Rheinberger Lateinschule. Als solcher unterrichtet es beispielsweise Hermanus Lindanus oder zur Linde, den 1565 geborenen Sohn des damaligen Bürgermeisters von Rheinberg. Hermanus Lindanus wird 1596 für 48 Jahre Dekan des Kollegs „Zur Himmelspforte“ in Erfurt.
1598 Die Pulverexplosion im „Schwarzen Turm“ (14. Oktober) demoliert auch die alte Schule. Einrichtung eines neuen Schulgebäudes in der Marktstraße (heute Underbergstraße).
1608 „Der würdige und wohlgerechte Herr Andreas Tenbiege alias Zehnthoff“ wird als Rektor der Rheinberger Lateinschule angenommen. Ihm werden als jährliches Gehalt 100 Tlr. kölnisch versprochen. Da er katholischer Geistlicher ist, muss er im Gottesdienst mitwirken. Unterlehrer wird zur gleichen Zeit ein gewisser Petrus Loer, ebenfalls Geistlicher. Er verdient 60 Tlr. 30 Stbr. und das halbe Schulgeld der Kinder. Nebeneinkünfte aus Beerdigungen etc. darf er für sich allein behalten.
1614 Die Stadtrechnung verzeichnet die Reparatur der Schule in der Marktstraße. Das Gebäude erhält die bekannte lateinische Inschrift: INSTRUE PRAECEPTIS ANIMUM NEC DISCERE CESSES NAM SINE DOCTRINA VITA EST QUASI MORTIS IMAGO.
1629 Der Rektor der Lateinschule, Mortiers, wird vom Rat einbestellt, weil er laut Klagen aus der Bürgerschaft sein Amt vernachlässigt hatte.
1631 Ein neues Schulreglement wird erlassen.
1633 Die Holländer besetzen Rheinberg; sie greifen auch in das Schulwesen ein. Für die Kinder der Soldaten gibt es eine gesonderte Schule.
1646 Laut Ratsprotokoll vom 22. Juni 1646 beschwert sich Herr Wilhelm Sewen, daß die Schulkinder vor seinem Garten alles verunreinigten. Der Rheinberger Magistrat beschließt auf diese Klage, in der Schule für die Kinder einen „locus secretus“ bauen zu lassen …
1702 Magister Andreas Roberti aus der „Himmelspforte“ wird zum Rektor der Lateinschule in Rheinberg gewählt.
1781 In Rheinberg existieren fünf Schulen: neben der Lateinschule eine französische, zwei katholische und eine reformierte Schule.
1816 Aufhebung der Universität Erfurt und auch Schließung des Hauses „Himmelspforte“. Die Amplonianische Stiftung wird in Kapitalvermögen umgewandelt. Die alte Lateinschule
in Rheinberg existiert weiter.
1873 Die Schule wird während des „Kulturkampfes“ in Preußen einem weltlichen Rektor unterstellt, nachdem bisher alle Schulleiter Geistliche waren.
1889 Die „Schola Berkensis“ schließt nach ungefähr 600-jährigem Bestehen ihre Pforten. Von nun an werden begabte Rheinberger Schüler durch Geistliche der Kirchengemeinde St. Peter privat unterrichtet.

April 1412

Am 7. April 1412 überläßt die Stadt Erfurt Amplonius de Berka das Haus „Zur Himmelspforte“ in der Michaelisstraße mit Hof und allen Nebengebäuden kostenlos für seine geplante Stiftung. Gleichzeitig verspricht die Stadt, das Haus für ewige Zeiten von allen Lasten und Abgaben zu befreien.

Amplonius stellt seinerseits ein Grundkapital von 2400 Goldgulden zur Verfügung. Weiterhin verspricht er, seine umfangreiche Büchersammlung in die Stiftung einzubringen. Am darauffolgenden 1. Mai unterzeichnet Amplonius die Stiftungsurkunde zur Gründung seines Kollegs „Zur Himmelspforte“ in Erfurt. Die Stiftung wird es jeweils 9 Schülern der Rheinberger Lateinschule ermöglichen, an der Universität Erfurt kostenlos zu studieren, im Haus der Stiftung, in der „Himmelspforte“ (Porta Coeli), unentgeltlich zu wohnen und in der berühmten Bibliothek des Stifters zu lernen und zu arbeiten. Durch seine großzügige Stiftung stärkt Amplonius die Rheinberger Lateinschule dauerhaft und fördert auf nachhaltige Weise die Bildungslandschaft seiner Heimatstadt.

Dr. Aloys Wittrup benennt in seiner „Schulgeschichte der Stadt Rheinberg“, S. 16, die ersten Kollegiaten aus Rheinberg: „Henricus Brunonis, Gotfridus Clüppel, Bruno Kamerhuys, Gerhardus Michelink, Gotfridus Walack, Johannes Pillegrim (gest. 1439), Joh. Pilgrim, Johannes Helmici …“

Skizze aus Georg Oergel, Das Collegium zur Himmelspforte während des Mittelalters, Erfurt ca. 1899

um Ostern 1435 (circa festum pasche): Amplonius stirbt in Köln

Um Ostern 1435 stirbt Amplonius Ratingk de Berka in St. Aposteln zu Köln. Er wird im Kreuzgang des Stiftes beigesetzt.

An seinen Todestag wird im ‚Collegium Amplonianum‘ regelmäßig erinnert. Dazu schreibt Georg Oergel in seiner in Erfurt ca. 1899 erschienenen Schrift „Das Collegium zur Himmelspforte während des Mittelalters“:

 

 

in: Georg Oergel, Das Collegium zur Himmelspforte während des Mittelalters, Erfurt ca. 1899, S. 86 Fußnote 1

 

 

Rheinbergs Lateinschule (3)

Ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung des „Collegium Amplonianum“ in Erfurt am Michaelistag des Jahres 1434 – Amplonius selbst war bei der Zeremonie nicht zugegen – stirbt Amplonius Ratingk de Berka im Klerikerhaus des Stifts St. Aposteln zu Köln. Er wird im Kreuzgang des Stifts beigesetzt (das Grab ist heute nicht mehr auffindbar).

Epitaph aus der Feder des Erfurter „poeta laureatus“ Christophorus Aulaeus, das dieser in seinen „Luctuum libri duo“ aufnahm, einer Sammlung von Trauergedichten, die er 1547 veröffentlicht hat. Quelle: Christophorus Aulaeus, Luctuum libri duo, Mainz 1547, Epitaph zu Amplonius: Luctuum Liber Primus, Google Books S. 37-38

1440, sieben Jahre nach der „Sonderstiftung Lateinschule Rheinberg“, kehrt der erste Rheinberger Magister aus dem Erfurter Kolleg des Amplonius für vier Jahre als Rektor an die Lateinschule zurück. Es ist Henricus Bruyn (Bruno) de Berka, von dem es in der Matrikel des „Collegium Amplonianum“ unter Nr. 13 heißt: „… iste rexit scholas in Berka primo inter Berkenses.“ 1)
Nach vier Jahren in Rheinberg kehrt er nach Erfurt in die „Himmelspforte“ zurück, um seine eigenen Studien zum Abschluss zu bringen.
Ihm folgt 1444 (bis 1448) Gottfriedus Walack de Bercka. „Rexit post magisterium suum in artibus scholam berkensem 4 annis post Magistrum Henricum Brunonis.“
1452 übernimmt Rudolf Walack den Posten in der Lateinschule (bis 1456). Die Stadtrechnung von 1554 belegt, dass der „Rector scholarium“ – wie von Amplonius durch seine Stiftung ermöglicht! – durch den Magistrat der Stadt Rheinberg besoldet wird.
Von 1456 bis 1460 ist Johann Hoensheim Rektor der „schola Berkensis“, und von 1460 bis 1464 kommt Rudolf Walack zum 2. Male als Rektor an die Lateinschule.
1466-1470 übernimmt Mathias Dulling aus Berka die Schulleitung. Er promoviert 1466 zum Magister und kommt unmittelbar danach nach Rheinberg.
Der Tag des Amtantritts und des Verlassens des Amtes des Schulrektors ist jeweils der Bartholomäustag (23. August).

 

 

1)     Vgl. für Henricus Bruyn und die 5 weiteren Rektoren aus der „Himmelspforte“ Wittrup, Schulgeschichte der Stadt Rheinberg, S. 58