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1. Mai 1412

Am 1. Mai 1412 vermacht Amplonius seine Bibliothek – die heute noch bestehende Bibliotheca Amploniana – einer von ihm an der Universität Erfurt eingerichteten Studienstiftung, dem Collegium Amplonianum oder Collegium Porta Coeli (Zur Himmelspforte). Gleichzeitig öffnet er seine Studienstiftung für Rheinbergs Jugend, bewirkt, dass junge und begabte Rheinberger an der Hierana, der Universität an der Gera, studieren können, stärkt durch sein großzügiges Stiftungs-Werk die Rheinberger Lateinschule – die Vorläuferschule des Amplonius-Gymnasiums – dauerhaft und fördert die Bildungslandschaft in seiner Heimatstadt durch seine Großzügigkeit.

Amplonius will also Wissen und Bildung nicht nur für sich, sondern will Wissen und Bildung – und damit setzt er für uns alle wiederum ein Beispiel – für viele Menschen zugänglich machen. Er beginnt auf seine Kosten eine Bildungsoffensive, durch welche die Schule in seiner Heimatstadt nachhaltige Aufwertung und Sicherung über die Wirren der Zeit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, ja bis in heutige Zeit hinein erfährt.

Denn der Rat der Stadt Rheinberg erhält das Recht, neun Stellen im Erfurter Kolleg des Amplonius an junge Männer aus Rheinberg zu vergeben. Die Lateinschule wird so zum Sprungbrett für akademische Laufbahnen. Da Amplonius weiß, dass seine Vorstellungen in einer kleinen Stadt wie Rheinberg ohne tatkräftige, d.h. finanzielle Hilfe kaum dauerhaft umzusetzen sind, erweitert der edle Spender seine Stiftung Porta Coeli um eine Art „Sonderstiftung Lateinschule Rheinberg“: Er schenkt der Stadt Rheinberg 300 Goldgulden mit folgender Maßgabe: die Lateinschule soll davon unterhalten und ein Rektor besoldet werden, der den möglichen Kandidaten der Stiftung das erforderliche Rüstzeug für das Studium in Erfurt vermitteln soll.

D.h. mit heutigen Begriffen gesprochen: die Schüler der Lateinschule sollen durch den qualifizierten und zielführenden Unterricht an ihrer Bildungsanstalt die Hochschulreife erlangen und fit gemacht werden für den Einstiegt in die akademische Welt. Dies ist individuelle Förderung schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts!

Das Collegium Porta Coeli besaß ein eigenes Siegel. Es zeigt einen auf dem Katheder stehenden Magister mit Buch, darunter das Wappen des Amplonius: drei übereinanderliegende Fische. Die umlaufende Inschrift in gothischen Buchstaben lautet: „S[igillum]. COLLEGIATORUM COLLEGII AMPLONIANI (Quelle: Oergel, Georg, Das Collegium zur Himmelspforte während des Mittelalters, S. 94)

Aus der „Amploniana“

CA. 4° 285: Aristotelis metaphysicorum librorum XI editio succincta commentario interposito illustrata, England 13. Jhdt. Der Text beginnt mit den Worten: „Consideracio quidem de veritate difticilis est.“ (Dt.: Die Auseinandersetzung mit der Wahrheit ist in der Tat schwierig.) … quod iustum est!


Frohe Ostern

Mit diesen über 600 Jahren alten Zeichnungen von Hasen aus Büchern der „Amploniana“ wünscht Amplonius Novus allen Stiftern und Freunden ein FROHES OSTERFEST 2026!

Frohe Weihnachten!

Allen Freunden der Stiftung Amplonius NOVUS ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Übergang in ein hoffentlich friedliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2026.

[Das abgebildete Detail aus der Amploniana zeigt den Beginn des naturphilosophischen Kommentars Liber physionomiae von Averroes. Die Handschrift entstand zwischen 1260 und 1280. In der Miniatur „E“ ist ein Lehrer mit seinem Schüler dargestellt.]

Amplonianer helfen Amplonianern

Unter der Devise „Amplonianer helfen Amplonianern“ wird die Stiftung Amplonius NOVUS immer wieder tätig, um junge Rheinberger auch nach dem Abschluß ihrer Schullaufbahn zu unterstützen.

So vor nicht allzu langer Zeit bei der Verabschiedung der Abiturienten des Jahrgangs 2025 des Amplonius-Gymnasiums. Die fünf erfolgreichsten Amplonianer wurden mit einem Büchergeld von je 100 Euro ausgezeichnet. Mit diesem Geld soll der Einstieg der Abiturienten in ein Hochschulstudium gefördert werden. 61 Absolventen des Rheinberger Gymnasiums wurden seit 2013 bereits auf diese Weise gefördert.

Die Fördertätigkeit der Stiftung geht aber noch weiter über die Schule hinaus: Die Stiftung vergibt Stipendien an ehemalige Schüler des Amplonius-Gymnasiums. Mit 100 Euro pro Monat werden seit dem Wintersemester 2014 Ex-Amplonianer ein Jahr lang unterstützt; auf Antrag und bei guten Leistungen wird das Stipendium verlängert.

Zunächst gab es nur einen Stipendiaten, heute sind es fünf!

Zwei junge Damen erhalten seit 2020/2021 das amplonianische Stipendium und kommen jetzt mit ihrem Studium auf die Zielgerade; zwei Medizinstudenten – Amplonius, der selbst Mediziner war, würde sich freuen! – sind seit 2023/2024 erfolgreich dabei und ab dem kommenden Wintersemester wird ein Student der Fachrichtung ‚International Business‘ in den Stipendiatenkreis aufgenommen.

Und es könnten noch mehr Amplonianer gefördert werden, denn Anträge gab es genug! Allerdings ist Amplonius NOVUS eine kleine Stiftung (eine der kleinsten in NRW), die ihre Fördermaßnahmen (Büchergeld, Stipendien) durch große und kleine Spenden finanziert. Wer der Stiftung bei ihrer Arbeit helfen möchte, ist herzlich willkommen! Auf der Homepage der Stiftung (www.amplonius-novus.de) finden sich alle notwendigen Informationen. Wer es gern persönlich hätte, kann auch den ehemaligen Schulleiter des Amplonius-Gymnasiums, Heinz Pannenbecker, direkt per Mail kontaktieren. Hier die Mail-Adresse der Stiftung: amplonius-novus@t-online.de